Freitag, 6. September 2013

Bericht vom Rennsteig-nonstop am 30./31. August 2013

Kurzinfo:
Erstes offizielles 100-Meilen-Rennen entlang des Rennsteigs (ca. 169 km, 3400 +hm). Finish in 23:24 Std. auf Platz 20 von 66 (110 gestartet).

Bericht:
"Adam und Eva konnten das Paradies nur verlieren, weil es Ihnen geschenkt war."
(Christian Friedrich Hebbel, deutscher Dramatiker und Lyriker)

Wo ist der Ort, an dem müde Männeraugen vor Freude feucht werden, weil Ihnen ein herzlicher Empfang bereitet wird?
Wo ist der Ort, an dem ausgeklapperte und verschwitzte Läufer bei Musik und Kerzenschein zu Tisch gebeten werden?
Und wo erhalten Essen und Trinken eine riesige Wertschätzung, obwohl eigentlich die Eile der Einen auf ein fast alltägliches Essensangebot der Anderen trifft?
Dieser Ort ist eine Versorgungsstation in der Nacht vom 30. auf den 31. August, irgendwo am Rennsteig. Unser namenloser VP, besetzt von Namenlosen, die wir in Minuten lieb gewannen, symbolisiert den Übergang von einem "normalen" Laufwettbewerb zum Ultra. Nein, zur Mutter der Ultras: dem 100-Meilen-Lauf!

Du kannst hungrig und durstig bei einem 10-km-Lauf an den Start gehen und ohne Erfrischung sauschnell sein. Du schaffst den Halbmarathon in den falschen Schuhen und wenn du deswegen schlecht drauf bist. Und du wirst zurecht stolz und zufrieden sein, einen Marathon zu finishen, bei dem die richtige Pace alles ist, woran du denken musst.
Alle diese Wettkämpfe haben ihren spezifischen Reiz, beim Ultra liegt die Verlockung aber gerade darin, dass nur derjenige erfolgreich ist, der -neben einer gehörigen Portion Glück!- sich diszipliniert ernährt, die Komfortzone verlässt, das Unplanbare einplant, schmerzhafte Rückschläge verkraftet und demütig ist. Kurz gesagt: der bereit ist, Opfer zu bringen und sich das Paradies zu verdienen!

(Okay, aber was das Anziehen der falschen Schuhe angeht, reiße ich meine Klappe lieber nicht auf.. :-)

Es kommt nicht so häufig vor, dass ich mehr als 24 Stunden am Stück wach bin. Wenn dann noch der größte Teil dieser Zeit bei erhöhtem Puls abläuft, hat man rückblickend das Gefühl, eine ganze Woche statt "nur" einem Tag und einer Nacht auf dem Rennsteig verbracht zu haben. Es ist so viel passiert, wir haben so viel gesehen, nachgedacht, gelacht, geweint, dass hier nur ein kurzer Abriss möglich ist. Nur ein kurzes Anheben des Vorhanges, um dahinter zu blicken. Jeder nahm eine Geschichte mit nach Hause und war voll des Dankes an die Organisatoren und Helfer, viele haben nun auch eine offene Rechnung mit dem Rennsteig, einer kann sich als wahrer Ultra-Herkules feiern lassen (Glückwunsch an Peter Flock!).

Alles begann Freitag um 18 Uhr in Blankenstein, dem südöstlichen Endpunkt des Rennsteigs. Viele bekannte Gesichter der deutschen Ultraszene haben ihr Zaumzeug angelegt, eine kleine Liste findet ihr in dem toll bebilderten Bericht von Dieter Ulbricht hier, eine vollständige Starterliste auf der offiziellen Webseite des Laufs hier und schließlich die Ergebnisliste aller Finisher hier.

Die Ultras am Start in Blankenstein

Mein Motto für den ersten 100-Meilen-Lauf meines Lebens lautete: langsam, aber sicher. Da offenbar 99% der Läufer das ganz ähnlich sahen, ergab sich zu Beginn ein fast schon paradoxes Unterbieten an Lauftempo und auf dem Weg nach Schlegel hätte sich jeder als prahlerischer Pfau gebrandmarkt, der schneller als 5:30 min/km lief.

Entspannter Start mit Gute-Nacht-Kuss an Schatzi

Die Zeit verrinnt mit kleinen Gesprächen, unbedeutende Schmerzchen kommen und gehen. An den VPs wird viel und bunt gegessen, die 2 Liter Flüssigkeit im Rucksack reichen immer nur gerade so für die je ca. 20 km zwischen den VPs. Im ersten Drittel der Nacht, gegen halb 12, durchwandere ich mit Ecki Seher und Sören Schramm den Startpunkt des Rennsteig-Marathons, Neuhaus. Die milde Luft fühlt sich gut an, das Wandern auch. Unendliche Ruhe, man kann von "Genuss-Lauf" sprechen. Die knappe Mondsichel lugt orange zwischen den Wolken hervor, gelegentliche Fledermäuse.

Halbzeit am Dreiherrenstein nach 83 km: Zweifel, Eile, Hunger (v.l.n.r.)
Als gegen halb 6 Uhr morgens die Dämmerung eintritt, muss der Körper mit der neuen Situation erst zurechtkommen: ein neuer Tag, wo bitte war der Schönheitsschlaf? Gelegentliche optische Täuschungen stören aber kaum. Huschte da eine Maus über den Weg? War da gerade ein heller Blitz am rechten Bildrand? Irgendwie schafft man es, dass Große und Ganze kühl im Auge zu behalten (Hörschel! Heute!), aber innerlich ist man aufgewühlt. Aus den kürzer werdenden, wirklichen  Laufabschnitten werden Freudentänze (ich brauche mittlerweile 1,5 h je 10 km). Eine Wurzel, welche einen stolpern lässt, wird zum beschimpften Widersacher. Ein Schluck Cola wirkt vermeintlich wie Zaubertrank. Ein überholender Ultrafreund wird zum frenetisch angefeuerten Helden. Das schmerzende linke Knie will den Steinzeitläufer zur Strecke bringen, aber der würde eher kriechen, als heute aufzugeben.

Kaputt, aber nicht kaputt genug!
Nach 16 Stunden und 128 km steigt meine Laufuhr aus. Aber seit 3 Stunden habe ich ein Ass im Ärmel: mein stahlwadener Pacer Karsten sitzt neben mir im Sattel, hat eine weitere Uhr mitgebracht, die jetzt gestartet wird. Jedoch sind diese letzten 42 km mental die härtesten: Ich kann längst keinen Schritt mehr rennen, nur noch walken, bei immerhin ca. 9,5 min/km. Es schwinden langsam die Kräfte, kaum jedoch die Kilometer. Für diesen letzten der 4 Marathons heute brauche ich 7:15 Std.
Dass ich überholt werde, stört mich nicht mehr. Aber es sind binnen 8 Stunden gerade mal 9 Läufer, die das schaffen (Heike Bergmann, Siegerin der Frauen, schafft es sogar zweimal --> sie verläuft sich kurz vorm Ziel!). 
Das Ziel ist klar und ich bin sicher, dass ich es schaffe!! 100 Meter vorm Ziel holt mich Ingmar Herrmann ein, er ist unglaublich zäh. Gemeinsam rollen wir durch den Zielbogen.

Nur noch alles rausschreien!!!
Diesmal wird es keine sofortige Planung für den nächsten Lauf geben, kein einfaches Weitermachen. Dieses Mörderding muss ausgekostet und verdaut werden. Es gibt so viel zu hinterfragen, zu analysieren. Fest steht: Es war höllisch knapp (hier könnte auch ein trauriges "Was-lief-schief?" stehen), aber machbar. Nie werde ich vergessen, was ich hier empfunden und gelernt habe. 
Ich freue mich jetzt wieder auf kürzere Distanzen, insbesondere ein paar schnelle Marathons. Irgendwann.

Danke an die Organisatoren! Wer meißelt einen Dankesstein für die Fröttstätter und stellt ihn am Rennsteig auf? Ich gebe 20 Euro dazu, mindestens! 

Die Bilder stammen von Tina (1+3), Ecki (2) und Karsten (4+5).

Freitag, 4. Januar 2013

Doch noch ein Jahresrückblick 2012

Schnipp! Und wieder ist ein Jahr weg.
Aber ich will hier nicht groß rumphilosophieren, sondern nur ein paar Fakten für die Statistik nennen.

Gelaufen bin ich in 2012 ziemlich genau 4048 km, davon entfallen:
- auf Halbmarathon oder weniger: 2 Wettkämpfe*
- auf Marathon*:  7 Wettkämpfe*
- auf Ultra*: 8 Wettkämpfe* mit 726 km* (Rennsteig-Etappenlauf als 1 Ultra* gewertet)*

*) Erläuterung:
Es ist teils müßig, einen Marathon vom Ultra zu unterscheiden, einen Wettkampf vom Spaßlauf; ja sogar, einen Lauf von einer Wanderung. Warum tut man es dennoch? Also ehrlich, ich kann meine persönlichen Ziele & Vorstellungen vom Laufen im Moment nicht mit solchen Kategorisierungen ein Einklang bringen.
Gestern schaffte ich gerade mal zwei gejoggte km, dann trat ich den Heimweg an. Heute früh lief ich ein paar lustlose Kilometer und beschloss, da dies schon ein paar Wochen so geht, ein paar Dinge zu ändern. Ich laufe meiner Form hinterher (1:0 für's Phrasenschwein!), mein Sprunggelenk schmerzt nach fast jedem Lauf, irgendwie geht es weder vor noch zurück. "Zurück" (weniger laufen) ist angesichts der selbst gesteckten Ziele keine Option, "vorwärts" will der Körper gerade nicht.
Also ist eine eine grundsätzliche Entscheidung fällig, die ohnehin gerade sehr gut in die persönliche Planung passt: Ich werde in 2013 keine Bäume ausreißen, was die Anzahl an Wettkämpfen angeht, die Trainingskilometer usw. Hier muss dringend etwas Druck raus genommen werden. Nach der Brocken-Challenge ist erst mal Pause angesagt, Anfang Juni kommt dann der Skatstadtmarathon, Ende August der Rennsteig-nonstop und schwupps, ist 2013 auch wieder rum.
Nach zwei wunderbaren Laufjahren schieb ich jetzt ein Sabbatjahr ein und konzentriere mich nur auf den Spaß am Laufen - und auf den ganzen wunderbaren Rest, den man so "Leben" nennt :-)

Samstag, 29. Dezember 2012

Silvesterlauf Gera am 29.12.2012

Bericht: Dieser Lauf heute ist natürlich Pflichtprogramm für mich! Die Strecke ist heute im besten Zustand seit dem ersten Schnee Ende Oktober. Da der 20-km-Hauptlauf erst halb 10 beginnt, nutze ich den sonnig startenden Tag, um die Runde schon mal komplett alleine abzulaufen. Ein Radfahrer kontrolliert zeitgleich die Markierungen und wir treffen uns gelegentlich. Gegen 9:15 Uhr stehe ich wieder am Start an der Panndorfhalle, dehne mich, plaudere und freue mich auf eine eher entspannte zweite Runde auf meiner Hausstrecke.
Spätestens nach 35 km wird es dann auch recht schwer, also für heute reicht das. Beide Runden laufe ich gleich schnell, jeweils knapp 1:30. Hinzu kommt noch mein gut 1 km langer Heimweg im absoluten Lockerlauf. Am Ende des Tages kann ich 40,1 km in 3:05 Std. bei 940 Höhenmetern ins Trainingstagebuch schreiben - prima!!
Mehrere Läufer sagten heute wieder wie schön und auch anspruchsvoll dieser Lauf ist. Das kann ich nur bestätigen. 

Donnerstag, 27. Dezember 2012

Jägerstein-Ultra am 15.12.2012

Kurzinfo: winterlich-feuchter Tiefschnee-Ultra von Fröttstädt auf den Schneekopf (knapp 70 km, 2200 Höhenmeter), basierend auf einer alten Legende um Caspar Greiner, welcher hier anno 1690 vermeintlich den goldenen Hirsch jagte.

Bericht: Auf dieses Ding hatte ich mich riesig gefreut! Mit 20 anderen Ultras aus Thüringen, Berlin, Bayern, Hessen usw. durch den winterlichen Thüringer Wald bis zum Jägerstein nahe des Schneekopfgipfels.
Wegen der Betriebsweihnachtsfeier am Vortag konnte ich nicht abends anreisen, sondern wollte gegen 4:30 Uhr am Samstagmorgen den ersten Zug nach Fröttstädt nehmen und um 7 mit der zweiten (schnelleren) Gruppe loslaufen. Naja, der Plan hatte wohl irgendeine Schwäche, denn um 5:45 Uhr sitze ich recht konfus (aber ausgeschlafen) in meinem Bett - da hatte ich wohl den Wecker nicht gehört... Jetzt heißt es Schaden begrenzen, das Nötigste packen und schnell zum Zug. Den Start in Fröttstädt schaff ich nicht mehr, also fahre ich fast zum Ziel (Bahnhof Oberhof) und laufe den anderen entgegen. Es ist jetzt ca. 9:30 Uhr.

Jägerstein - U L T R A (nur für Verrückte)

Vom Bahnhof aus laufe ich mittels GPS-Uhr der Jägersteinroute entgegen und erreiche diese nach gut 10 km knapp nördlich der A4 - Talbrücke Wilde Gera. Der Weg ist wirklich schwer zu laufen, die Kombination von meist tiefem Schnee und Plusgraden mit Regen kostet richtig viel Kraft. Teilweise hadere ich mit der GPS-Uhr, da ich keinen echten Weg finden kann. Dann stapft man einsam und erschöpft durch die wilde Gegend und fragt sich, wie man hier denn nur wieder reingeraten konnte.. Habe nur ein wenig Brot dabei, einen Energieriegel und etwas Wasser. Ich sammle Schnee, damit wenigstens das Wasser nicht ausgeht - das wäre fatal. Wieder einmal stimmt die Kilometer - Zeit - Relation in den Bergen nicht, 11-12 Minuten pro km bleiben keine Seltenheit heute.
Nach insgesamt 25 km treffe ich die Gruppe, reihe mich in die Wandertruppe ein und gehe den Weg zurück den ich gerade kam. Es sind nun 3 Stunden vorüber. Wir laufen im Gänsemarsch, der Vorderste spurt den Weg und hat damit die schwierigste Aufgabe. Daher wird häufiger gewechselt, das ist schon angenehmer als die beiden Stunden bis hierher, als ich der erste war, der hier seit dem letzten Schnee lief.
Nach ca. 4:15 Std. erreichen wir die zweite und letzte Verpflegungsstation, von hier an laufe ich zusammen mit Ecki Seher bis ins Ziel.

Eine warme Suppe kann so wunderbar sein!

Den Jägerstein finden wir leider nicht auf dem Schneekopf, zu tief ist der Schnee. Wir robben über den Schnee, brechen ein bis zur Hüfte. Als es dunkelt, brechen wir die Suche ab und machen uns zügig auf den Weg zur Schmücke, welche das Ziel darstellt. Ecki, welcher mit der späteren Gruppe startete und zur frühen Gruppe aufschloss, hatte schließlich 9:50 Std. auf der Uhr und knapp 70 km. Bei mir waren es immerhin noch 53 km in 6:49 Std.

Eine heiße Schokolade auf der Schmücke und alles wird wieder gut

Im wunderschönen Islandpferdehof der Familie Rothe in Fröttstädt gibt es noch ein reichliches Büffet, dann geht ein langer Tag zu Ende. Die meisten Ultras waren heute gute 11 - 12 Stunden unterwegs, meist bei Regen, überwiegend in nassen Klamotten.
Nach dem Frühstück renne ich noch 13 km nach Gotha zum Bahnhof, ein wenig ärgert es mich schon, dass ich nicht die volle Distanz verbuchen konnte...
Fazit: ein toller Lauf für Hartgesottene. Die 2013er Auflage ist bereits in Planung, es soll sogar noch eine "Sommerversion" geben.

Weitere Infos und viele Bilder hier bei den Meldeläufern

Montag, 19. November 2012

Bericht vom Waldmarathon Werdau am 18.11.2012

Kurzinfo: recht schneller Kurs mit ca. 400 hm, werde Dritter in 3:03 h, sehr glücklich!

Bericht: Mit nur geringen Nachwehen vom gestrigen Lauf geht es nach Werdau, Start ist um 11, d.h. ich konnte entspannt mit meiner Freundin frühstücken und es wurde auch fast gar nicht stressig auf der Hinfahrt :-)
Das hier ist natürlich ein anderes Kaliber als der familiäre Lauf von gestern, ca. 260 Läufer tummeln sich an der Sportschule Werdau, einem tollen Gelände mit allem drum und dran. Der Marathonlauf hat davon ca. 110 Teilnehmer, ein paar "von gestern" sind natürlich auch wieder dabei. Mein Ziel ist, die 3:30er Zeit zu bestätigen und am Ende vielleicht sogar etwas mehr Dampf zu machen, halt ein klassischer "Peter-Greif-Endbeschleuniger".


Ganz locker geht es mit 5:02er Pace auf den ersten Kilometer, doch bereits ein paar Minuten später... -Oh, eine Getränkestelle! hab seit über ner Stunde nix getrunken- .... also, bereits ein paar Minuten später wollen die Beine einfach ihr Tempo laufen und ich lass es rollen. Die Strecke ist schneller und härter als gedacht, ca. 50% Asphalt, dazu schön kühl um die 6 Grad - ideale Bedingungen! Ganz schwer, hier rumzutrödeln. So begab es sich, dass nach 44 Minuten bereits 10 km zu Buche standen. Zwar meldete sich mal dies und jenes Leiden, ein Muskelkater hier, ein Sprunggelenk da, doch alle Wehwehchen schwanden flugs wieder dahin. Ich liege ca. auf Rang 9 als ich auf Volker aus Leipzig auflaufe (Platz 2 gesamt beim Skatstadtmarathon), er hat heute nicht viel Glück und kann nicht volles Tempo gehen, gemeinsam erreichen wir die Halbdistanz nach knapp 1:31 Stunden, dann lässt er mich ziehen.
Ein paar Kilometer später überhole ich gleich zwei Läufer an einer Tränke - seltsam, genau wie gestern will mein Körper heute nur 3 Becher Tee/Cola während des ganzes Laufs und ein kleines Stück Banane, das genügt. Kurz darauf sehe ich Sören Schramm vor mir, auch er ist heute nicht so schnell wie sonst (war hier 2009 schon sub-3-Läufer, ist aber jedes Jahr langsamer geworden). Irgendwann gehe ich vorbei, Pace mittlerweile um die 4:20.
Es ist ein sehr schöner Lauf, nur wenige böse Steigungen und viel "Rollstrecke". Zweifellos gibt es mir auch Kraft, zu wissen, dass ich heute nur gewinnen kann. Zwischendurch denke ich: "Mensch, jetzt hast du nach dem Marathon gestern schon wieder 30 schnelle km abgeliefert. Was willste mehr?". Doch das reicht noch nicht, jetzt liege ich ca. auf Platz 6 und bin laufhungrig. Doch die Mitstreiter wollen einfach nicht näher kommen...  Einen Thomas überhole ich noch, dann beginnt das lange Rollen ins Ziel (überwiegend leichtes Gefälle).
Der km 40 mit seinen Steigungen tut noch mal weh - Pace 4:32.
Dann km 41, einen HM-Läufer und einen weiteren Thomas kann ich kassieren - Pace 4:13. Alles bebt, ich fühle mich wie ein Wolf!
Jetzt beginnt km 42, hundert Meter vor mir läuft leichtfüßig Falko Wesarg, der Vorjahressieger auf dieser Strecke. Irgendwas hakt aus im Kopf und ca. 800 m vorm Ziel beginne ich zu sprinten, ohne jede Chance, Falko noch einzuholen. Schuld allein trägt dieses Video (EM2006-Finalsieg von Jan Fitschen über 10.000 m), welches ich mir heute morgen noch reingezogen habe. 500 m vorm Ziel knurre und schnaufe ich, abschüssige Strecke, erstaunte Gesichter am Streckenrand, Beifall. Falko bemerkt mich, als ich 5 m hinter ihm bin. Auf gleicher Höhe liegend, zieht er an - doch er kann mein Sprinttempo nicht mitgehen. Es fliegen die Fetzen, zwischendurch -in diesen Sekunden der Entscheidung!- muss ich auch noch an der GPS-Uhr rumfummel, denn ich hab keine Ahnung wo das Ziel ist - jedenfalls nicht da, wo der Start war - oh! ein Schild! - oh nein! noch ein knackiger Anstieg! - letzte Kurve - Zieleinlauf!! Haaaaaammer!! Die Durchschnittspace des letzten km, meines 84. an diesem Wochenende, war 3:28 min/km - ENDE.

Zielsprint - tora! tora! tora!

Ehrung als Nr. 2 der AK30 (Nr. 3 gesamt)
Alle Infos zum Lauf hier: http://www.werdauer-waldlauf.de

Bericht vom Borna-Marathon am 17.11.2012

Kurzinfo: Kleiner, feiner Mehrgruppenlauf ohne Wettkampfcharakter. Wunderbar sonniger Lauf in 3:25 h

Bericht: Hoppla, beinahe hätte ich den hier übersehen! In nur wenigen Internet-Terminkalendern ist dieser Marathon gelistet, zufällig las ich davon in einem Bericht vom Werdau-Marathon (für den ich morgen gemeldet bin) und meldete mich spontan eine gute Woche vorm Lauf an - den Marathon-Doppeldecker also klar im Visier. Das wird die letzten Urlaubspfunde verbrennen und das Training hinsichtlich Jägerstein-Ultra etwas "würzen".
Jens, der Orgachef, begrüßt mich gleich mit Namen und alles läuft ganz entspannt und wie am Schnürchen: Startnummer, T-Shirt und Bons für Speis & Trank - das Marathonlaufen kann so wunderbar einfach sein. Aber Moment, wir sind ja noch gar nicht gelaufen :-)
Also, das läuft hier in Borna so: Du suchst dir im Vorfeld eine Gruppe je nach geschätzter Zielzeit aus. Ich nehme die Schnellste mit 3:30-h, daneben gibt es noch 4:00 h, 4:30 h und 5:00 h. Das verbessert während des Laufs nicht nur die Kommunikation (man kann miteinander reden statt gegeneinander zu hetzen), sondern erleichtert auch die Sperrung der wenigen Straßen, welche wir während der einen großen Runde queren müssen. Die Eckpunkte dieses flachen Laufs durch meist unberührte Wildnis und an Seen entlang sind: Borna - Harthsee - Wyhra - Blumroda - Speicherbecken Borna - Kahnsdorfer See / Hainer See - Espenhain - Speicher Witznitz - Borna.
Unsere Gruppe konnte weitest gehend zusammen bleiben, die Pace pendelte immer so um die 4:50 min/km. Einen großen Dank möchte ich noch an die vielen Radbegleiter senden (mind. 2 je Gruppe), welche zusätzlich zu den festen Versorgungspunkten auch unterwegs um unser Wohl bemüht waren!
Sehr entspannt, bei Sonnenschein und Bierchen (Piesau-Stimmung!) endet der schöne Lauftag hier. Keine Ahnung, warum Borna und Werdau ihre Marathons immer am gleichen Wochenende veranstalten, vermutlich könnten beide profitieren, wenn es anders wäre, aber was solls. Das nehmen wir doch ultra-gelassen ;-)

Alle Infos und Bilder zum Lauf hier: VSV Borna

Freitag, 19. Oktober 2012

Bericht vom Marathon nach Athen vom 14.10.2012

Kurzinfo:
Das Original! Ganz allein 43 km von Marathonas nach Athen gelaufen in 3:59 Std., Temperaturen um die 27 Grad.

Bericht:
Anlässlich des Griechenlandurlaubs war eigentlich die Teilnahme am "Athens Classic Marathon" geplant. Allerdings herrscht im November bereits Nachsaison, viele Hotels und Restaurants sind zu, Busverkehr ist eingeschränkt etc.
Also fand der Urlaub jetzt Anfang Oktober statt und der anvisierte Marathonlauf wird autonom als One-Man-Show durchgezogen, ist eh näher am Original. Ohne Griechisch-Kenntnisse war das Auffinden der richtigen Busverbindung vom Moloch Athen zum Startpunkt Marathonas nicht ganz leicht. Hinzu kam eine gnadenlose Faulheit seit 14 Tagen (nur 3 sehr kurze Läufe) und heiße Temperaturen.

Endstation "Marathonas"? Nein, erst der Anfang von allem!

Die Strecke hatte ich schon in Deutschland auf meinen Forerunner geladen, so konnte ich mich auf der Hinfahrt (für 3,70 €) bereits mit dem Gedanken anfreunden, dass die vierspurige "Bundesstraße" auf der wir gerade fuhren, auch meine Laufstrecke retour sein wird. Naja, immerhin wird es eine günstige Aktion werden, die Gesamtkosten inkl. Transport, zwei Energy-Getränke, Wasser und einer Packung salziger Pistazien liegen unter 10 Euro.

Hochkonzentriert am Start :-)

Die Entfernung Marathonas-Athen per Luftlinie beträgt 27 km, allerdings kann man nicht mal eben abkürzen, da es keine vernünftigen Wanderwege gibt und die Abkürzung über einen Berg verliefe, darauf kann ich heute gut verzichten. Also halte ich mich 1:1 an die Wettkampfstrecke des Athen-Classic-Marathons, d.h. knapp 43 km entlang einer Straße, bogenförmig ins Herz Athens, zum Panathinaiko-Stadion.
Bereits beim Aussteigen aus dem Bus habe ich Sonnenbrand von den letzten Tagen und bin durchgeschwitzt. Perfekt, auf geht´s!
Ein Fußgänger ist im griechischen Straßenverkehr ein sehr rangniedriges Lebewesen, kurz hinter streunenden Hunden. Mit Rücksicht ist also nicht zu rechnen, auch nicht mit einem Gehweg, der diesen Namen verdient. Dieser ändert sich je Grundstück, ständig muss man Absätze hoch- oder runtersteigen. Oft ist der schmale Gehweg durch Müll(-tonnen) oder Autos versperrt, mal sind Strom- oder Lichtmasten mittig auf dem Weg platziert, so dass man nicht dran vorbei kommt. Aber nur auf ca. der halben Strecke existiert überhaupt ein Gehweg, meist muss man auf der Straße laufen oder durch angrenzendes Gebüsch, welches offenbar in der Regel als Toilette oder Mülldeponie Verwendung findet.
Bereits nach wenigen km macht die Strecke einen kurzen Abstecher Richtung Küste, der Grund hierfür ist mir nicht bekannt, aber vom Bus aus sah ich ein Läuferdenkmal hier in der Gegend, also steuere ich das an, mache ein Foto und ziehe weiter, zurück zur Hauptstraße.

Von New Balance gestiftetes Denkmal nach 6 km

Bevor diese erreicht wird, laufe ich noch völlig ahnungslos in eine Dreiergruppe Hunde hinein, die mich sofort anblaffen und auf mich zukommen. Einer meint es recht ernst und ich muss schnell einen Stock aufheben und gehe wütend schreiend auf ihn zu (das hilft meistens). Mit erhöhtem Puls ziehe ich mich zurück und erreiche die Straße - ab jetzt keine Experimente mehr, ich bleibe auf der Hauptstraße!
Übrigens ist mein Tempo natürlich sehr lahm, so um die 5 min / km, die Strecke steigt tendenziell leicht an, ca. 450 ansteigende Höhenmeter gesamt.


So sieht er aus, der Weg zum Glück (braunes Schild beachten)

Zwischendurch kaufe ich mir an einer Tankstelle frisches Wasser, denke über die hässliche Strecke nach, halte diesen Marathon für eine echte Prüfung. Mein Respekt für alle Spartathlon-Teilnehmer steigt gerade ins Unermessliche.
Die letzten 10 km spielen sich dann schon im dichteren Stadtgebiet Athens ab, dass heißt: Noch mehr Vorsicht walten lassen im Verkehr! Langsam bricht die Nacht herein, ich hab natürlich kein Licht dabei, aber es geht auch so. Man weicht eben den Autos, Motorrädern, Hunden, Fußgängern und Stolperfallen aus, so gut es geht.
Dann sehe ich auf der Straße eine gelbe Streckenmarkierung ("37 km") - das ist mein Zeichen, nur noch 5 km! Ein guter Grund, mal ein Bier zu trinken auf den Erfolg. Mit dieser Betankung gehen nun die letzten km noch mal so schnell vorbei, ganz überraschend erscheint dann nach knapp 4 Stunden das wunderschöne Ziel zu meiner Linken:

Was für ein Traumziel: Das Panathinaiko-Stadion

Boah, geschafft! Diese Strecke brauche ich nicht noch mal. Aber es ist schon ein tolles Gefühl, dieses Ding mal gelaufen zu sein.

Sonntag, 30. September 2012

Bericht vom Saale-Rennsteig-Marathon am 30.09.2012

Kurzinfo:
Diesmal Podestplätze getauscht mit Marcus Baldauf, d.h. diesmal Rang zwei für mich und Sieg für ihn. Zeit 10 Minuten verbessert auf 3:22, Marcus war 2 Minuten schneller - so wie ich im letzten Jahr.

Bericht:
Die diesjährige Teilnahme (als Vorjahressieger) am 5. SRM war lange geplant und wurde glücklicherweise auch durch meine Verletzung aus Reichenbach nicht verhindert - wohl aber erschwert.
Naja, wenigstens den September konnte ich wieder gut trainieren, erreichte um die 120 km pro Woche. Allerdings unterschätzte ich das Höhenprofil des SRM und legte nicht ausreichend Wert auf Bergtraining (wo hätte ich die Berge auch hernehmen sollen?). Die Anmeldung von Marcus eine Woche vor dem Lauf machte angesichts seiner überragenden Berglaufleistungen so eine Art Renntaktik notwendig:
Ich müsste zügig Raum gewinnen und hoffen, den Vorsprung bis ins Ziel zu retten. Das hat ganz gut geklappt, zwischendurch bei km 20 dürfte ich 5 min Vorsprung gehabt haben, Pace um die 4:00 min/km. Dann kam der lange Anstieg nach Gösselsdorf, meine Beine wollten nicht mehr rennen und exakt am Ortseingang bei km 35 überholte mich Marcus. Mir war klar, dass ich ihn dieses Jahr nicht wieder "einfangen" könnte, viel mehr müsste ich aufpassen, nicht noch nach hinten durchgereicht zu werden. Für die km 34 + 35 hatte ich zusammen knapp 16 Minuten gebraucht, damit kann man nicht gewinnen.

Mit Marcus und Jan

Ein großes Kompliment an die Organisatoren, die Stimmung ist immer ganz wunderbar entspannt. Als Siegtrophäen gibt es Medaillen und einen kleinen Pokal.

Dorfplatz Piesau, nah am Rennsteig

Hierhin kommt man immer wieder gern zurück. Bin natürlich sehr froh, dass der Fuß so gut durchgehalten hat und außerdem war es die Marathonpremiere meines neuesten Schuhkaufs. Bin äußerst zufrieden mit dem Brooks Green Silence (49 Euro) - ein Leichtschuh aus Recyclingmaterialien.


Montag, 16. Juli 2012

Bericht vom Reichenbacher 24-h-Lauf am 14.07.2012

Kurzinfo:
Wechselhaftes 24-h-Debüt, Rennabbruch meinerseits nach 19 Std. mit 150 km auf der Uhr

Bericht:
Es ist Samstagmorgen, 10 Uhr. Der Wetterbericht für die kommenden 24 Stunden klingt gar nicht schlecht: überwiegend trocken mit knapp 20 Grad. Die vergangene Nacht verbrachte ich im Zelt, direkt im Stadion am Wasserturm, wo auch bereits ein paar der 11 Staffeln und 40 Einzelläufer ihre Basislager aufbauten.
Ich fühle mich topfit, seit Tagen kann ich es kaum erwarten, mal wieder die Laufschuhe zu schnüren (war 'ne fast lauffreie Woche).


Das Stadion am Wasserturm in Reichenbach

Wir starten pünktlich und es herrscht eine sehr entspannte Atmosphäre, der Stadionsprecher ist richtig gut drauf. Unser "Auslauf" für die nächsten 24 (nochmal: VIERUNDZWANZIG) Stunden ist ein 1,197 km langer Rundkurs um den Wasserturm inkl. Stadionrunde. Völlig gegen meine Gewohnheiten schlagen wir vernünftigerweise ein Tempo von ca. 5:30 - 7 min/km an, manche beginnen sogar schon gehend!

Um über Sinn oder Unsinn einer solchen Veranstaltung nachzudenken, ist es nun zu spät. Also beschäftigen wir uns miteinander (nette Gespräche), mit den Anwohnern (wir laufen u.a. an den Altglascontainern vorbei, so sieht man hin und wieder auch normale Menschen) und uns selbst (wieviele Runden hab ich? wo steh ich?). Langweilig ist es eigentlich nur mal so nach 2-3 Stunden, nachdem man die meisten Mitläufer hinreichend oft gesehen hat, alle Nummernschilder der am Streckenrand geparkten Autos auswendig kennt, von jeder der leckeren Speisen am Versorgungspunkt mal probiert hat und die idealste Ideallinie der Strecke erkundet hat. Als dann aber regelmäßig Zwischenstände gemeldet werden, kann man sich herrlich ablenken, indem man die Mitläufer ein wenig genauer beobachtet und sich so langsam auch mal dem eigenen Befinden widmet.Mein Plan ist, das Rennen in vier 6-h-Läufe einzuteilen und dabei folgende km zu absolvieren:

1. Abschnitt: 60 km mit 6er Schnitt
2. Abschnitt: 50 km mit 7,2er Schnitt
3. Abschnitt: 40 km mit 9er Schnitt
4. Abschnitt: 30 km mit 12er Schnitt

Dies ergäbe also 180 km. Natürlich fehlen hier sämtliche Pausen und Unwägbarkeiten, aber ich kann doch bereits nach 101 km stolz sein, denn so eine Distanz lief ich noch nie (=Minimalziel)!
Als wirklich glücklich könnte ich mich schätzen, wenn ich den Dreifachmarathon schaffe, also 126 km (realistisches Ziel).
Und gigantisch wären die 100 Meilen (161 km) - na mal sehen!
Außerdem will ich von Anfang an essen, möglichst alle 2 Runden eine Kleinigkeit aus dem reichhaltigen Angebot. Diesen Plan kann ich heute tatsächlich gut in die Tat umsetzen. Nach 6 Stunden liege ich mit 62 km in Führung und fühle mich gut. Planmäßig wechsele ich jetzt von meinen leichten Brooks PureConnect in die "Kampfstiefel" (Lunge C-Dur), um meinem Laufapparat orthopädisch eine maximale Abwechslung bieten zu können und damit einseitigen Belastungen vorzubeugen.

heute mal nicht verlaufen...

Nach 10 Stunden fühle ich mich aber in den Lunge nicht mehr wohl und unterbreche den zweiten 6-h-Abschnitt also (immernoch auf 1 liegend mit 97 km) für eine 15-min-Massage mit anschließender zehnminütiger Essenspause. Der Masseur meint, er kann keine muskulären Probleme bei mir feststellen - das beruhigt doch!

Durch die längere Pause und den stärker werdenden Belgier Dhooge (Sieger 2010 und Favorit heute) rutsche ich zur Halbzeit nach 12 Stunden auf Platz 2 mit 110 km. Doch damit bin ich voll in meinem Plan und dies hier ist für mich ohnehin nur ein Experiment.Leider werden nun die Gehpausen häufiger, ich spüre einen leichten Schmerz im linken Fuß. Zwar liege ich nach 14 Stunden (also um Mitternacht) noch auf Rang 2 mit 121 km, aber ich mache kaum noch Strecke. Kann ich mein Maximalziel von 100 Meilen heute wenigstens erwandern? Es wäre traumhaft!
Als mich jedoch kurz vor 2 Uhr ein Müdigkeitseinbruch in den Campingstuhl zwingt, sinkt mir der Mut. Immerhin liegen bereits 3 Marathons hinter mir...
Nein, irgendwie hab ich immer noch Bock auf diese Veranstaltung hier. Es will einfach keine Resignation aufkommen - mein Ziel ist ja zum Greifen nah! Nur irgendwie hätte sich der Kopf ein kurzes Nickerchen gewünscht, um die Abgrenzung von Samstag zu Sonntag zu realisieren.
Die nächtliche Kälte zwingt mich aber nach 20 min wieder hoch, rein zeitlich hätte ich mir eine Stunde Schlaf locker gönnen können.
Unter stärker werdenden Schmerzen kann ich nun noch einmal "Gas geben" und mit einem Schnitt von 6:30 min/km sogar den Belgier nochmal überholen, der das ganze Rennen scheinbar isoliert und wie in Trance abzuspulen scheint - leicht und beständig läuft er wie eine Maschine zum Sieg.
Gegen 5 Uhr morgens ist dann aber Schluss, aus der selbst verordneten Pause folgt nach längerem Nachdenken der Rennabbruch für mich. Auch wenn ich nach Abgabe des Chips und Entfernen der Startnummer ein paar heimliche Tränen vergieße, so bereue ich diesen Entschluss letztlich nicht. Ich verlasse "die Arena" noch immer auf Rang 2 liegend nach 19 Stunden und exakt 149,9 km (150 m vor der nächsten Rundenzählung - wie doof). Dhooge gewinnt das Rennen souverän mit 213 km.
Mittlerweile habe ich schon mein Außenband im linken Fuß als Verursacher der Schmerzen ausgemacht, es ist leicht angeschwollen. Nun heißt es duschen gehen, 30 min schlafen (mehr geht nicht), dann Beine hoch und die anderen anfeuern, die tapfer ihre Runden ziehen. Viele drehen nach 20 Stunden noch mal richtig auf - Respekt und Glückwunsch an euch!!

Sonnenbrand & Platz 2 der AK, Foto: Steffen Barth

Als Fazit ist vielleicht folgendes festzuhalten:
Der Plan war gut, Kreislauf und Kopf funktionierten fantastisch!
Der Schuhwechsel war unnötig und vielleicht der entscheidende Fehler!
Mein relativ hohes Läufergewicht begünstigt Schäden durch Dauerbelastung trotz geringer Laufntensität.

Jetzt, einen Tag später, bereue ich nur, die Reißleine nicht 1-2 Stunden eher gezogen zu haben. Ich habe zwar gar keinen Muskelkater (ein tolles Gefühl), aber Sprunggelenk und Außenband links sind lädiert. Befund dann am Mittwoch (MRT-Termin)

Montag, 9. Juli 2012

Bericht vom thüringenULTRA am 07.07.2012

Kurzinfo:
Auch dieses Jahr nur Bambinilauf (2x50km), da war der Sieg sicher :-) Zielzeit: 8:19 h

Bericht:
Da mein offizieller Bericht für die Laufszene Thüringen online ist, hier nur ein paar Ergänzungen. Ich hatte heute mit massiven Magen-/Darmproblemen zu kämpfen und musste SEHR oft einen unfreiwilligen Stopp im Wald einlegen (wer wollte das jetzt wissen?).
Als mein Kompagnion Micha Tümmler mir den wachsenden Vorsprung auf die nächste 2x50km-Staffel mitteilte, beschlossen wir, heute nur das Nötigste zu machen, um den Sieg einzufahren. Ich weiß, ist jetzt nicht gerade die ehrenvollste Rangehensweise für so einen tollen Lauf, aber immerhin steht nächste Woche der 24-h-Lauf im Plan und mir gings heute wirklich nicht besonders.
Echt cool war, dass Ingmar Herrmann auch nach Fröttstädt kam und hier gleich mal den dritten Platz in 9:02 h auf 100km einfuhr. Auch Ecki Seher war so frei, heute mal 100 Meilen zu laufen - autonom! Er war nach starken 20:23 h im Ziel.
Der Sieger über die 100k war heute Marcus Baldauf, den ich letzten September beim Saale-Rennsteig-Marathon knapp schlug. Er hat heute nix anbrennen lassen bei seinem ersten Hunderter - saustarke Leistung!

stressfreier Plausch mit Andre Fischer bei km 26

"Hero" Hirofumi Oka kurz vorm Ziel

Ingmar und Micha

Fröttstädt ist Thüringens Ultra-Herz!

Ecki Seher am Start seiner 100 Meilen 

Na, was soll ich sagen - die Stimmung war wieder Weltklasse in Fröttstädt! Andreas Pautzsch war auch hier, Andre Fischer von der Siegerstaffel 4x25 war auch dabei und schließlich ein Talent aus dem fernen Halle\Saale Japan: Hirofumi Oka, der Seriensieger der 100km von Leipzig! Ein sympathischer Kerl (Dr. der Physik), ambitioniert und heute auf dem zweiten Rang. Noch mag er keine Berge, aber er versprach wieder zu kommen. Nächstes Jahr wird er sich hier vielleicht ein Duell gegen einen der alten Veteranen liefern (Hardenack, Lynas, Vanicek) - ich freu mich drauf!

Nun haben wir also den Sieg aus dem Vorjahr verteidigt und je einen Pokal nach Hause geschleppt. Wie wird es zum 7. thüringenULTRA in 2013 weiter gehen? Aktuell hätte ich Lust auf die 100, aber ob das in den Plan passt, weiß ich heute noch nicht.