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Freitag, 13. Juni 2014

Kritischer Blick auf den Rennsteig-Supermarathon vom 17.05.2014

Der 42. Rennsteiglauf ist Geschichte! Es wurden viele Berichte hierüber geschrieben und Christian Seiler wurde mit einer Siegerzeit von 4:50 h -völlig zu recht!- als der Held des Tages geehrt.
Dabei wird leider die Tatsache unterschlagen, dass es sich um den SCHWÄCHSTEN Rennsteig-Supermarathon aller Zeiten handelte! Zumindest wenn man den schnellsten Läufern etwas näher auf die Beine schaut.
Die Wahnsinnslücke zwischen Seiler und dem Zweitplatzierten Lynas von 50 min (!!!) hat mich neugierig gemacht. Rechnet man das auf die 73 Rennsteig-Kilometer runter, war Seilers Pace mal eben mehr als 40 Sekunden höher auf jedem einzelnen Kilometer! Was sind das für Welten....?
Zweifellos ist Seilers Lauf ein Kraftakt ohne Beispiel. Doch in seinem Schatten schwand die Leistung der Nachfolgenden dahin. Ich hab mal eine kleine Analyse der Zeiten der besten 20 Finisher je Rennsteiglauf aufgestellt. Diese TOP20 erliefen 2014 eine Durchschnittszeit von 05:52 h (die TOP19 ohne Seiler sogar nur 05:56 h!!) - das ist der schlechteste Wert in meiner Stichprobe. Hier die Übersicht:



Erschreckend ist die Stetigkeit, mit der die Leistung der "TOP-Läufer" abnimmt, man sehe sich nur die starken 5:35 h der ersten 20 Läufer aus 1982 an, als die Distanz 75 km betrug!
Der Rennsteiglauf hat heute europäisches Format, es geben sich britische 100-km-Meister und österreichische Berglaufspezialisten die Klinke in die Hand. Doch das enorme breitensportliche Leistungsniveau der DDR-Läufer der 80er Jahre und DESSEN OFFENSICHTLICHER VERLUST sollte zumindest ein Denkanstoß sein.
Im Matsch und Dauerregen des Jahres 2000 wurde auf 76 km eine Zeit von 5:50 Std. erreicht.
Und in unserem Jahr 2014, als die äußeren Bedingungen ganz hervorragend waren, wurde nicht einmal diese "Regen"-Zeit trotz verkürzter Distanz erreicht! Und vergleicht man weiter zwischen 2000 und 2014, so sieht man sofort, dass der 2014er Jahrgang nur dank Seiler einer noch bittereren Niederlage entging (Vergleich der "TOP20 ohne Sieger").
Der Jubiläumslauf 2012 stellt einen statistischen Ausreißer dar. Die souveränen Siegesjahre eines Christian Stork waren vorbei, viele ambitionierte Läufer kämpften um die Krone. Dies schlägt sich in enorm hohen Meldezahlen und einer starken Durchschittszeit nieder, auch wenn Seiler am Ende souverän in neuer Rekordzeit gewann. Doch rasant ging die Zeit danach wieder in den Keller, binnen 2 Jahren fiel sie um 12 Minuten.
Es ist natürlich Seiler kein Vorwurf zu machen, wenn er Tempo macht und alles gibt, um eine Spitzenzeit zu erlaufen. Im Gegenteil, es ist doppelt anzurechenen! Die Option, als sicherer Sieger locker ins Ziel zu laufen und hierdurch Regenerationszeit zu sparen, schlägt er zugunsten einer Traumzeit aus.
Die Schattenseite des einsamen Ausnahmetalents ist leider, dass die Nachfolgenden offenbar eben genau darauf verzichten, ihr Bestes zu geben. Sie laufen ja nicht um den Sieg, sie würden ohnehin nur im Schatten des "Königs" stehen.
Vielleicht könnte eine Art Teamwertung hier wieder Pfeffer reinbringen? 
Auch die Bergwertung (Strecke Eisenach - Inselsberggipfel) könnte ein erster Schritt gewesen sein. Doch die hat sich Seiler locker nebenbei eingesackt, keiner wagte den Angriff. Noch nicht.

Samstag, 3. Mai 2014

Bericht von der Harzquerung am 26.04.2014

Bericht: 
In aller Kürze, es war wieder ein richtig geiler Lauf, obwohl ich die meiste Zeit allein unterwegs war auf den 50 km mit ca. 1200 Höhenmetern. Oft hab ich da an 2012 gedacht, als ich mit Ecki Seher unterwegs war. Das Wetter war diesmal ähnlich schön, doch nicht ganz so warm (gefühlte 30° statt tatsächlicher 30°). Auch die Turnhallenübernachtung war trotz naher Baustelle wieder prima, da sowohl für Abendessen als auch Frühstück der Weg in die Innenstadt kurz ist.
Läuferisch wollte ich nach einer Nullwoche (nach dem Bleilochlauf) und danach einer intensiven Woche einfach nur das Ergebnis von 2012 bestätigen. Immerhin war 2012 mein bisher stärkstes Jahr und damit "Referenz". Das Rennen war entsprechend kontrolliert; schön zügig, aber nicht übertreiben bei den vielen Anstiegen.
Die Zwischenzeiten vom letzten Jahr hatte ich mir eingeprägt und genau so lief es. Bis zum Fuße des Poppenberges (km 33) war ich nur eine Minute schneller als bei meiner Premiere. Jetzt hatte ich mich auf Marschieren eingestellt, aber (warum auch immer) am Ende rannte ich 90% des Berges hoch. Schöööön langsam, aber da kommen doch ein paar Minuten zusammen.
Auch der Weg bergab gelang diesmal ohne Zwangspause, außerdem konnte ich hin und wieder einen Mitstreiter "kassieren". Es gibt nichts Motivierenderes, als im letzten Drittel eines Rennens noch Körner für ein paar Überholmanöver zu haben.
Liebe Wanderer: Die Belebung der Strecke durch euch ist auf jeden Fall auch Gold wert. Respekt vor euren gut und gerne 10-stündigen Touren in schwierigem Gelände. Bitte verzeiht mir das ein oder andere Überholmanöver. Da ich immer gern die Ideallinie laufe und wenig Zeit habe, sehen diese vielleicht manchmal rücksichts- oder respektlos aus. Ich kann leider nicht mit jedem sprechen, darum: Unser gemeinsamer Weg verbindet uns und dereinst werde ich einer von euch sein und die HQ einfach nur genießen!


Hinab nach Nordhausen ging es im Sauseschritt, noch einen Läufer konnte ich 500 Meter vorm Ziel überholen. Die Stimmung ist immer sehr freundlich im Ziel, bedingt auch durch die Weitläufigkeit und Einfachheit der Infrastruktur.

Ehrung M30, Jörg Lauchstedt auf 3, Ricardo Schlemonat fehlt

Die HQ wächst in ihren Teilnehmerzahlen, als Rennsteigläufer kommt man gerne zum letzten großen Trainingslauf hierher.
Meine Zeit: 3:57:26 h, damit Platz 4 gesamt, Platz 1 M30 (2012 4:10:02 h, Platz 5 gesamt, Platz 2 M30). Für einen kurzen, objektiven Bericht könnt ihr auch meinen Bericht auf Laufszene Thüringen anschauen. Alle Ergebnisse der HQ findet ihr hier.


Sonntag, 13. April 2014

Bericht vom Bleilochlauf am 12.04.2014

Kurzinfo:
Hügeliger Cross-Ultra mit knapp 47 km + 500 hm, Platz 2 gesamt in 3:21 Std.

Bericht:
Dieser Lauf stellt wohl den Jahreshöhepunkt bis dato dar! Nach einem Dreivierteljahr Ultra-Abstinenz war ich selbst auch sehr gespannt, wie sich dieser Lauf -insbesondere auf der schwereren zweiten Hälfte- anfühlen würde.
Für mich war die Reise an die Bleilochtalsperre auch von nostalgischem Wert: Hier fand im April 2007 mein allererster Laufwettkampf seit DDR-Zeiten statt! Nun also kam ich aus der anderen Richtung zurück an Deutschlands größten Stausee und das feucht-kühle Wetter um die 10 Grad gefiel mir außerordentlich gut.
Der Start der Ultras (ja, liebe 100-Meilen-Gemeinde: auch 46 km sind "Ultra", wenn auch nur statistisch betrachtet) erfolgte um 9 Uhr morgens, eine Stunde vor den übrigen Distanzen. Somit war das Grundstück in Ultrahänden und man konnte sich schon mal umschauen und beschnuppern. Viele Bekannte sah ich aber nicht. Klar, ein Ultra-Ultra geht nicht zu so einem Bambinilauf mit 46 km und Marathonis, die es bergig mögen, zieht es heute wohl eher zum Kyffhäuser-Berglauf.
So starten um die 130 Leute gemütlich in den Tag und das meine ich ehrlich. Nach 2 km bin ich in der führenden 5er-Gruppe und es wäre fast ein ganz normaler, vorsichtiger Start. Wenn, ja wenn da nicht die Anwesenheit von Christian Seiler der Szene eine groteske Komponente verliehen hätte. Mit Tobias und Sören (später Platz 3 und 6) scherze ich noch, dass dies wohl Christians langsamster Lauf diese Woche sein muss... Tobias nutzt das "Tempo" von ca. 4:15 min/km, um Christians Rennsteig-Ambitionen zu erfragen. Die Wege sind anfangs überwiegend fest, aber fast nie trocken. Ein halbes Auge sollte man auch wegen der Wurzeln u. Steine ständig am Boden haben.
An den Versorgungsstationen aller ca. 5-6 km trinke ich jeweils eine kleine Menge, esse aber heute gar nichts (hat gut funktioniert).
Irgendwann auf den Hügeln hinter km 25 wird es Christian dann wohl zu langweilig (Oder er hat Termindruck? Oder war ihm eine Wade eingeschlafen?), leichtfüßig zieht er weg und ich bin ruckzuck allein auf weiter Flur. Die Anstiege empfinde ich als sehr giftig, meine Vorbereitung auf Hügelläufe war offenbar recht erfolglos. Immerhin scheint das Tempotraining nicht ganz umsonst gewesen zu sein, ein Viertel der heutigen Strecke kann ich unter 4 min/km laufen.
Die Strecke insgesamt ist sehr reizvoll, auch bei nebligem Wetter und Konzentration auf den Untergrund: Enge und steile Wurzelpfade, Felskanten am Wasser, Brücken und dann wieder breite Wege wechseln sich ab.
Die Marathondistanz ist nach 3:01 Std. bewältigt und nun folgt echter Balsam für die Läuferseele: Auf den letzten 4 km verlieren wir 100 hm, bis ins Ziel wird nochmal richtig "gedrückt" und Tempo gemacht. Mittlerweile überholen wir auch einige 24-km-Läufer. Unweigerlich denkt man an die letzten 10 km vom Rennsteig-SM!

Platz 2 gesamt, da freut sich schon der Muskel-Kater! (Foto: SEZ Kloster)

Glücklicherweise hat sich an der Platzierung nichts mehr geändert, ich lande auf Platz 2 gesamt! Die tolle Stimmung im Ziel, Duschen in unmittelbarer Einlaufnähe, schnelle Siegerehrung, ein riesiges (großteils sogar VEGANES) Büffet, eine 20-minütige Massage usw. tragen sehr dazu bei, dass ich ein kleines Tränchen nicht verdrücken kann. Definitiv DAUMEN-HOCH für die Veranstalter vom SEZ Kloster!

Hier die Top 3 der Ultradistanz, alle Ergebnisse hier:

03:11:38 Seiler, Christian (Rennsteiglaufverein)
03:21:18 Burkhardt, Steffen (Team Skatstadt-Marathon)
03:24:41 Henkel, Tobias (USV Erfurt)

03:47:43 Josten, Bianca
04:15:15 Jurkschat, Uta (WSV Schmiedefeld,WTA Weser)
04:22:49 Thomas, Gesine (SV Bad Berka)

Freitag, 6. September 2013

Bericht vom Rennsteig-nonstop am 30./31. August 2013

Kurzinfo:
Erstes offizielles 100-Meilen-Rennen entlang des Rennsteigs (ca. 169 km, 3400 +hm). Finish in 23:24 Std. auf Platz 20 von 66 (110 gestartet).

Bericht:
"Adam und Eva konnten das Paradies nur verlieren, weil es Ihnen geschenkt war."
(Christian Friedrich Hebbel, deutscher Dramatiker und Lyriker)

Wo ist der Ort, an dem müde Männeraugen vor Freude feucht werden, weil Ihnen ein herzlicher Empfang bereitet wird?
Wo ist der Ort, an dem ausgeklapperte und verschwitzte Läufer bei Musik und Kerzenschein zu Tisch gebeten werden?
Und wo erhalten Essen und Trinken eine riesige Wertschätzung, obwohl eigentlich die Eile der Einen auf ein fast alltägliches Essensangebot der Anderen trifft?
Dieser Ort ist eine Versorgungsstation in der Nacht vom 30. auf den 31. August, irgendwo am Rennsteig. Unser namenloser VP, besetzt von Namenlosen, die wir in Minuten lieb gewannen, symbolisiert den Übergang von einem "normalen" Laufwettbewerb zum Ultra. Nein, zur Mutter der Ultras: dem 100-Meilen-Lauf!

Du kannst hungrig und durstig bei einem 10-km-Lauf an den Start gehen und ohne Erfrischung sauschnell sein. Du schaffst den Halbmarathon in den falschen Schuhen und wenn du deswegen schlecht drauf bist. Und du wirst zurecht stolz und zufrieden sein, einen Marathon zu finishen, bei dem die richtige Pace alles ist, woran du denken musst.
Alle diese Wettkämpfe haben ihren spezifischen Reiz, beim Ultra liegt die Verlockung aber gerade darin, dass nur derjenige erfolgreich ist, der -neben einer gehörigen Portion Glück!- sich diszipliniert ernährt, die Komfortzone verlässt, das Unplanbare einplant, schmerzhafte Rückschläge verkraftet und demütig ist. Kurz gesagt: der bereit ist, Opfer zu bringen und sich das Paradies zu verdienen!

(Okay, aber was das Anziehen der falschen Schuhe angeht, reiße ich meine Klappe lieber nicht auf.. :-)

Es kommt nicht so häufig vor, dass ich mehr als 24 Stunden am Stück wach bin. Wenn dann noch der größte Teil dieser Zeit bei erhöhtem Puls abläuft, hat man rückblickend das Gefühl, eine ganze Woche statt "nur" einem Tag und einer Nacht auf dem Rennsteig verbracht zu haben. Es ist so viel passiert, wir haben so viel gesehen, nachgedacht, gelacht, geweint, dass hier nur ein kurzer Abriss möglich ist. Nur ein kurzes Anheben des Vorhanges, um dahinter zu blicken. Jeder nahm eine Geschichte mit nach Hause und war voll des Dankes an die Organisatoren und Helfer, viele haben nun auch eine offene Rechnung mit dem Rennsteig, einer kann sich als wahrer Ultra-Herkules feiern lassen (Glückwunsch an Peter Flock!).

Alles begann Freitag um 18 Uhr in Blankenstein, dem südöstlichen Endpunkt des Rennsteigs. Viele bekannte Gesichter der deutschen Ultraszene haben ihr Zaumzeug angelegt, eine kleine Liste findet ihr in dem toll bebilderten Bericht von Dieter Ulbricht hier, eine vollständige Starterliste auf der offiziellen Webseite des Laufs hier und schließlich die Ergebnisliste aller Finisher hier.

Die Ultras am Start in Blankenstein

Mein Motto für den ersten 100-Meilen-Lauf meines Lebens lautete: langsam, aber sicher. Da offenbar 99% der Läufer das ganz ähnlich sahen, ergab sich zu Beginn ein fast schon paradoxes Unterbieten an Lauftempo und auf dem Weg nach Schlegel hätte sich jeder als prahlerischer Pfau gebrandmarkt, der schneller als 5:30 min/km lief.

Entspannter Start mit Gute-Nacht-Kuss an Schatzi

Die Zeit verrinnt mit kleinen Gesprächen, unbedeutende Schmerzchen kommen und gehen. An den VPs wird viel und bunt gegessen, die 2 Liter Flüssigkeit im Rucksack reichen immer nur gerade so für die je ca. 20 km zwischen den VPs. Im ersten Drittel der Nacht, gegen halb 12, durchwandere ich mit Ecki Seher und Sören Schramm den Startpunkt des Rennsteig-Marathons, Neuhaus. Die milde Luft fühlt sich gut an, das Wandern auch. Unendliche Ruhe, man kann von "Genuss-Lauf" sprechen. Die knappe Mondsichel lugt orange zwischen den Wolken hervor, gelegentliche Fledermäuse.

Halbzeit am Dreiherrenstein nach 83 km: Zweifel, Eile, Hunger (v.l.n.r.)
Als gegen halb 6 Uhr morgens die Dämmerung eintritt, muss der Körper mit der neuen Situation erst zurechtkommen: ein neuer Tag, wo bitte war der Schönheitsschlaf? Gelegentliche optische Täuschungen stören aber kaum. Huschte da eine Maus über den Weg? War da gerade ein heller Blitz am rechten Bildrand? Irgendwie schafft man es, dass Große und Ganze kühl im Auge zu behalten (Hörschel! Heute!), aber innerlich ist man aufgewühlt. Aus den kürzer werdenden, wirklichen  Laufabschnitten werden Freudentänze (ich brauche mittlerweile 1,5 h je 10 km). Eine Wurzel, welche einen stolpern lässt, wird zum beschimpften Widersacher. Ein Schluck Cola wirkt vermeintlich wie Zaubertrank. Ein überholender Ultrafreund wird zum frenetisch angefeuerten Helden. Das schmerzende linke Knie will den Steinzeitläufer zur Strecke bringen, aber der würde eher kriechen, als heute aufzugeben.

Kaputt, aber nicht kaputt genug!
Nach 16 Stunden und 128 km steigt meine Laufuhr aus. Aber seit 3 Stunden habe ich ein Ass im Ärmel: mein stahlwadener Pacer Karsten sitzt neben mir im Sattel, hat eine weitere Uhr mitgebracht, die jetzt gestartet wird. Jedoch sind diese letzten 42 km mental die härtesten: Ich kann längst keinen Schritt mehr rennen, nur noch walken, bei immerhin ca. 9,5 min/km. Es schwinden langsam die Kräfte, kaum jedoch die Kilometer. Für diesen letzten der 4 Marathons heute brauche ich 7:15 Std.
Dass ich überholt werde, stört mich nicht mehr. Aber es sind binnen 8 Stunden gerade mal 9 Läufer, die das schaffen (Heike Bergmann, Siegerin der Frauen, schafft es sogar zweimal --> sie verläuft sich kurz vorm Ziel!). 
Das Ziel ist klar und ich bin sicher, dass ich es schaffe!! 100 Meter vorm Ziel holt mich Ingmar Herrmann ein, er ist unglaublich zäh. Gemeinsam rollen wir durch den Zielbogen.

Nur noch alles rausschreien!!!
Diesmal wird es keine sofortige Planung für den nächsten Lauf geben, kein einfaches Weitermachen. Dieses Mörderding muss ausgekostet und verdaut werden. Es gibt so viel zu hinterfragen, zu analysieren. Fest steht: Es war höllisch knapp (hier könnte auch ein trauriges "Was-lief-schief?" stehen), aber machbar. Nie werde ich vergessen, was ich hier empfunden und gelernt habe. 
Ich freue mich jetzt wieder auf kürzere Distanzen, insbesondere ein paar schnelle Marathons. Irgendwann.

Danke an die Organisatoren! Wer meißelt einen Dankesstein für die Fröttstätter und stellt ihn am Rennsteig auf? Ich gebe 20 Euro dazu, mindestens! 

Die Bilder stammen von Tina (1+3), Ecki (2) und Karsten (4+5).

Donnerstag, 27. Dezember 2012

Jägerstein-Ultra am 15.12.2012

Kurzinfo: winterlich-feuchter Tiefschnee-Ultra von Fröttstädt auf den Schneekopf (knapp 70 km, 2200 Höhenmeter), basierend auf einer alten Legende um Caspar Greiner, welcher hier anno 1690 vermeintlich den goldenen Hirsch jagte.

Bericht: Auf dieses Ding hatte ich mich riesig gefreut! Mit 20 anderen Ultras aus Thüringen, Berlin, Bayern, Hessen usw. durch den winterlichen Thüringer Wald bis zum Jägerstein nahe des Schneekopfgipfels.
Wegen der Betriebsweihnachtsfeier am Vortag konnte ich nicht abends anreisen, sondern wollte gegen 4:30 Uhr am Samstagmorgen den ersten Zug nach Fröttstädt nehmen und um 7 mit der zweiten (schnelleren) Gruppe loslaufen. Naja, der Plan hatte wohl irgendeine Schwäche, denn um 5:45 Uhr sitze ich recht konfus (aber ausgeschlafen) in meinem Bett - da hatte ich wohl den Wecker nicht gehört... Jetzt heißt es Schaden begrenzen, das Nötigste packen und schnell zum Zug. Den Start in Fröttstädt schaff ich nicht mehr, also fahre ich fast zum Ziel (Bahnhof Oberhof) und laufe den anderen entgegen. Es ist jetzt ca. 9:30 Uhr.

Jägerstein - U L T R A (nur für Verrückte)

Vom Bahnhof aus laufe ich mittels GPS-Uhr der Jägersteinroute entgegen und erreiche diese nach gut 10 km knapp nördlich der A4 - Talbrücke Wilde Gera. Der Weg ist wirklich schwer zu laufen, die Kombination von meist tiefem Schnee und Plusgraden mit Regen kostet richtig viel Kraft. Teilweise hadere ich mit der GPS-Uhr, da ich keinen echten Weg finden kann. Dann stapft man einsam und erschöpft durch die wilde Gegend und fragt sich, wie man hier denn nur wieder reingeraten konnte.. Habe nur ein wenig Brot dabei, einen Energieriegel und etwas Wasser. Ich sammle Schnee, damit wenigstens das Wasser nicht ausgeht - das wäre fatal. Wieder einmal stimmt die Kilometer - Zeit - Relation in den Bergen nicht, 11-12 Minuten pro km bleiben keine Seltenheit heute.
Nach insgesamt 25 km treffe ich die Gruppe, reihe mich in die Wandertruppe ein und gehe den Weg zurück den ich gerade kam. Es sind nun 3 Stunden vorüber. Wir laufen im Gänsemarsch, der Vorderste spurt den Weg und hat damit die schwierigste Aufgabe. Daher wird häufiger gewechselt, das ist schon angenehmer als die beiden Stunden bis hierher, als ich der erste war, der hier seit dem letzten Schnee lief.
Nach ca. 4:15 Std. erreichen wir die zweite und letzte Verpflegungsstation, von hier an laufe ich zusammen mit Ecki Seher bis ins Ziel.

Eine warme Suppe kann so wunderbar sein!

Den Jägerstein finden wir leider nicht auf dem Schneekopf, zu tief ist der Schnee. Wir robben über den Schnee, brechen ein bis zur Hüfte. Als es dunkelt, brechen wir die Suche ab und machen uns zügig auf den Weg zur Schmücke, welche das Ziel darstellt. Ecki, welcher mit der späteren Gruppe startete und zur frühen Gruppe aufschloss, hatte schließlich 9:50 Std. auf der Uhr und knapp 70 km. Bei mir waren es immerhin noch 53 km in 6:49 Std.

Eine heiße Schokolade auf der Schmücke und alles wird wieder gut

Im wunderschönen Islandpferdehof der Familie Rothe in Fröttstädt gibt es noch ein reichliches Büffet, dann geht ein langer Tag zu Ende. Die meisten Ultras waren heute gute 11 - 12 Stunden unterwegs, meist bei Regen, überwiegend in nassen Klamotten.
Nach dem Frühstück renne ich noch 13 km nach Gotha zum Bahnhof, ein wenig ärgert es mich schon, dass ich nicht die volle Distanz verbuchen konnte...
Fazit: ein toller Lauf für Hartgesottene. Die 2013er Auflage ist bereits in Planung, es soll sogar noch eine "Sommerversion" geben.

Weitere Infos und viele Bilder hier bei den Meldeläufern

Montag, 16. Juli 2012

Bericht vom Reichenbacher 24-h-Lauf am 14.07.2012

Kurzinfo:
Wechselhaftes 24-h-Debüt, Rennabbruch meinerseits nach 19 Std. mit 150 km auf der Uhr

Bericht:
Es ist Samstagmorgen, 10 Uhr. Der Wetterbericht für die kommenden 24 Stunden klingt gar nicht schlecht: überwiegend trocken mit knapp 20 Grad. Die vergangene Nacht verbrachte ich im Zelt, direkt im Stadion am Wasserturm, wo auch bereits ein paar der 11 Staffeln und 40 Einzelläufer ihre Basislager aufbauten.
Ich fühle mich topfit, seit Tagen kann ich es kaum erwarten, mal wieder die Laufschuhe zu schnüren (war 'ne fast lauffreie Woche).


Das Stadion am Wasserturm in Reichenbach

Wir starten pünktlich und es herrscht eine sehr entspannte Atmosphäre, der Stadionsprecher ist richtig gut drauf. Unser "Auslauf" für die nächsten 24 (nochmal: VIERUNDZWANZIG) Stunden ist ein 1,197 km langer Rundkurs um den Wasserturm inkl. Stadionrunde. Völlig gegen meine Gewohnheiten schlagen wir vernünftigerweise ein Tempo von ca. 5:30 - 7 min/km an, manche beginnen sogar schon gehend!

Um über Sinn oder Unsinn einer solchen Veranstaltung nachzudenken, ist es nun zu spät. Also beschäftigen wir uns miteinander (nette Gespräche), mit den Anwohnern (wir laufen u.a. an den Altglascontainern vorbei, so sieht man hin und wieder auch normale Menschen) und uns selbst (wieviele Runden hab ich? wo steh ich?). Langweilig ist es eigentlich nur mal so nach 2-3 Stunden, nachdem man die meisten Mitläufer hinreichend oft gesehen hat, alle Nummernschilder der am Streckenrand geparkten Autos auswendig kennt, von jeder der leckeren Speisen am Versorgungspunkt mal probiert hat und die idealste Ideallinie der Strecke erkundet hat. Als dann aber regelmäßig Zwischenstände gemeldet werden, kann man sich herrlich ablenken, indem man die Mitläufer ein wenig genauer beobachtet und sich so langsam auch mal dem eigenen Befinden widmet.Mein Plan ist, das Rennen in vier 6-h-Läufe einzuteilen und dabei folgende km zu absolvieren:

1. Abschnitt: 60 km mit 6er Schnitt
2. Abschnitt: 50 km mit 7,2er Schnitt
3. Abschnitt: 40 km mit 9er Schnitt
4. Abschnitt: 30 km mit 12er Schnitt

Dies ergäbe also 180 km. Natürlich fehlen hier sämtliche Pausen und Unwägbarkeiten, aber ich kann doch bereits nach 101 km stolz sein, denn so eine Distanz lief ich noch nie (=Minimalziel)!
Als wirklich glücklich könnte ich mich schätzen, wenn ich den Dreifachmarathon schaffe, also 126 km (realistisches Ziel).
Und gigantisch wären die 100 Meilen (161 km) - na mal sehen!
Außerdem will ich von Anfang an essen, möglichst alle 2 Runden eine Kleinigkeit aus dem reichhaltigen Angebot. Diesen Plan kann ich heute tatsächlich gut in die Tat umsetzen. Nach 6 Stunden liege ich mit 62 km in Führung und fühle mich gut. Planmäßig wechsele ich jetzt von meinen leichten Brooks PureConnect in die "Kampfstiefel" (Lunge C-Dur), um meinem Laufapparat orthopädisch eine maximale Abwechslung bieten zu können und damit einseitigen Belastungen vorzubeugen.

heute mal nicht verlaufen...

Nach 10 Stunden fühle ich mich aber in den Lunge nicht mehr wohl und unterbreche den zweiten 6-h-Abschnitt also (immernoch auf 1 liegend mit 97 km) für eine 15-min-Massage mit anschließender zehnminütiger Essenspause. Der Masseur meint, er kann keine muskulären Probleme bei mir feststellen - das beruhigt doch!

Durch die längere Pause und den stärker werdenden Belgier Dhooge (Sieger 2010 und Favorit heute) rutsche ich zur Halbzeit nach 12 Stunden auf Platz 2 mit 110 km. Doch damit bin ich voll in meinem Plan und dies hier ist für mich ohnehin nur ein Experiment.Leider werden nun die Gehpausen häufiger, ich spüre einen leichten Schmerz im linken Fuß. Zwar liege ich nach 14 Stunden (also um Mitternacht) noch auf Rang 2 mit 121 km, aber ich mache kaum noch Strecke. Kann ich mein Maximalziel von 100 Meilen heute wenigstens erwandern? Es wäre traumhaft!
Als mich jedoch kurz vor 2 Uhr ein Müdigkeitseinbruch in den Campingstuhl zwingt, sinkt mir der Mut. Immerhin liegen bereits 3 Marathons hinter mir...
Nein, irgendwie hab ich immer noch Bock auf diese Veranstaltung hier. Es will einfach keine Resignation aufkommen - mein Ziel ist ja zum Greifen nah! Nur irgendwie hätte sich der Kopf ein kurzes Nickerchen gewünscht, um die Abgrenzung von Samstag zu Sonntag zu realisieren.
Die nächtliche Kälte zwingt mich aber nach 20 min wieder hoch, rein zeitlich hätte ich mir eine Stunde Schlaf locker gönnen können.
Unter stärker werdenden Schmerzen kann ich nun noch einmal "Gas geben" und mit einem Schnitt von 6:30 min/km sogar den Belgier nochmal überholen, der das ganze Rennen scheinbar isoliert und wie in Trance abzuspulen scheint - leicht und beständig läuft er wie eine Maschine zum Sieg.
Gegen 5 Uhr morgens ist dann aber Schluss, aus der selbst verordneten Pause folgt nach längerem Nachdenken der Rennabbruch für mich. Auch wenn ich nach Abgabe des Chips und Entfernen der Startnummer ein paar heimliche Tränen vergieße, so bereue ich diesen Entschluss letztlich nicht. Ich verlasse "die Arena" noch immer auf Rang 2 liegend nach 19 Stunden und exakt 149,9 km (150 m vor der nächsten Rundenzählung - wie doof). Dhooge gewinnt das Rennen souverän mit 213 km.
Mittlerweile habe ich schon mein Außenband im linken Fuß als Verursacher der Schmerzen ausgemacht, es ist leicht angeschwollen. Nun heißt es duschen gehen, 30 min schlafen (mehr geht nicht), dann Beine hoch und die anderen anfeuern, die tapfer ihre Runden ziehen. Viele drehen nach 20 Stunden noch mal richtig auf - Respekt und Glückwunsch an euch!!

Sonnenbrand & Platz 2 der AK, Foto: Steffen Barth

Als Fazit ist vielleicht folgendes festzuhalten:
Der Plan war gut, Kreislauf und Kopf funktionierten fantastisch!
Der Schuhwechsel war unnötig und vielleicht der entscheidende Fehler!
Mein relativ hohes Läufergewicht begünstigt Schäden durch Dauerbelastung trotz geringer Laufntensität.

Jetzt, einen Tag später, bereue ich nur, die Reißleine nicht 1-2 Stunden eher gezogen zu haben. Ich habe zwar gar keinen Muskelkater (ein tolles Gefühl), aber Sprunggelenk und Außenband links sind lädiert. Befund dann am Mittwoch (MRT-Termin)

Montag, 9. Juli 2012

Bericht vom thüringenULTRA am 07.07.2012

Kurzinfo:
Auch dieses Jahr nur Bambinilauf (2x50km), da war der Sieg sicher :-) Zielzeit: 8:19 h

Bericht:
Da mein offizieller Bericht für die Laufszene Thüringen online ist, hier nur ein paar Ergänzungen. Ich hatte heute mit massiven Magen-/Darmproblemen zu kämpfen und musste SEHR oft einen unfreiwilligen Stopp im Wald einlegen (wer wollte das jetzt wissen?).
Als mein Kompagnion Micha Tümmler mir den wachsenden Vorsprung auf die nächste 2x50km-Staffel mitteilte, beschlossen wir, heute nur das Nötigste zu machen, um den Sieg einzufahren. Ich weiß, ist jetzt nicht gerade die ehrenvollste Rangehensweise für so einen tollen Lauf, aber immerhin steht nächste Woche der 24-h-Lauf im Plan und mir gings heute wirklich nicht besonders.
Echt cool war, dass Ingmar Herrmann auch nach Fröttstädt kam und hier gleich mal den dritten Platz in 9:02 h auf 100km einfuhr. Auch Ecki Seher war so frei, heute mal 100 Meilen zu laufen - autonom! Er war nach starken 20:23 h im Ziel.
Der Sieger über die 100k war heute Marcus Baldauf, den ich letzten September beim Saale-Rennsteig-Marathon knapp schlug. Er hat heute nix anbrennen lassen bei seinem ersten Hunderter - saustarke Leistung!

stressfreier Plausch mit Andre Fischer bei km 26

"Hero" Hirofumi Oka kurz vorm Ziel

Ingmar und Micha

Fröttstädt ist Thüringens Ultra-Herz!

Ecki Seher am Start seiner 100 Meilen 

Na, was soll ich sagen - die Stimmung war wieder Weltklasse in Fröttstädt! Andreas Pautzsch war auch hier, Andre Fischer von der Siegerstaffel 4x25 war auch dabei und schließlich ein Talent aus dem fernen Halle\Saale Japan: Hirofumi Oka, der Seriensieger der 100km von Leipzig! Ein sympathischer Kerl (Dr. der Physik), ambitioniert und heute auf dem zweiten Rang. Noch mag er keine Berge, aber er versprach wieder zu kommen. Nächstes Jahr wird er sich hier vielleicht ein Duell gegen einen der alten Veteranen liefern (Hardenack, Lynas, Vanicek) - ich freu mich drauf!

Nun haben wir also den Sieg aus dem Vorjahr verteidigt und je einen Pokal nach Hause geschleppt. Wie wird es zum 7. thüringenULTRA in 2013 weiter gehen? Aktuell hätte ich Lust auf die 100, aber ob das in den Plan passt, weiß ich heute noch nicht.


Donnerstag, 28. Juni 2012

Bericht vom Zugspitz-Ultratrail am 23.06.2012

Kurzinfo:
Hochalpine Zugspitzumrundung, überwiegend ein Gewaltmarsch über echte „Trails“ auf echte Berge. Einhundert brutale km mit 10840 hm (je 5420 auf- u. absteigend). Gesamtplatz 37 von 299 Finishern (ca. 390 gestartet). Glücklich, es in 16:18:50 h überhaupt geschafft zu haben.

Bericht:
In schneller Folge reihen sich diesen Sommer die Wettkämpfe aneinander. Noch vor 14 Tagen im gleichmäßig schnellen Marathontempo erfolgreich, soll dieser Kurzurlaub an der deutsch-österreichischen Grenze nun ein völlig anderes Erlebnis werden. Start- und Zielpunkt dieses Laufes um das Wettersteingebirge inkl. Zugspitze ist der Ort Grainau, südlich von Garmisch-Partenkirchen.

Der ZUT wird vom professionellen Veranstalter PLAN B in Kooperation mit Salomon organisiert, entsprechend hochwertig ist das Startpaket: Ein ordentlicher Laufrucksack von Salomon (Modell XA20, der sofort zum ersten Einsatz kommt), 20-Euro-Gutschein für einen lokalen Sportausstatter (nicht verwendet), Kartenmaterial, Nahrungsergänzungsmittel, diverse Kosmetik-Probierpäckchen, Finishershirt im Ziel, Startnummernband, etc. – ein gutes Preis-/Leistungs-Verhältnis für 110 Euro Startgebühr.

Höhenprofil


Es wurde folgende - für diesen alpinen Höllenritt angemessene - Pflichtausrüstung vorgeschrieben:
- lange wasserfeste Überbekleidung
- warmes Shirt
- Mütze & Handschuhe
- Notfallausrüstung (Erste-Hilfe-Set, Rettungsdecke, Pfeife)
- Stirnlampe inkl. Ersatzbatterien
- Mindestens 1,5 Liter Wasserbehälter
- Personalausweis, Handy

Allerdings wurde ich nicht kontrolliert, auch andere scheinbar nicht oder sehr selten.

Der Start erfolgt am Samstagmorgen um 7:15 Uhr bei bestem Wetter. Etwa 400 Ultratrail-Läufer verlassen Grainau, zunächst angeführt von einer bayrischen Trommlerkapelle und unter dem Jubel vieler Zuschauer. Da ich fast ganz hinten heraus starte, gestalten sich die ersten Kilometer als gemütliches Eintraben in enger Gesellschaft, da es sogleich auf schmalen Pfaden bergan geht. Die Wege sind schon jetzt derart steil, dass an ein Rennen oft gar nicht zu denken ist. WAS HABE ICH MIR EIGENTLICH DABEI GEDACHT, HIER UND HEUTE MEINEN ERSTEN HUNDERTER ZU BESTREITEN???

Nach 2,5 Stunden sind Shirt und Hose klitschnass geschwitzt, ich quäle mich unter Einsatz meiner Stöcke eine Ski-Abfahrtspiste hinauf – und habe gerade mal schlappe 18 km absolviert! Endlos können sich 100 horizontal gemessene Meter ziehen, wenn man sie bergauf steigen muss. Und zehn Mal diese Mühen bringen gerade mal einen einzigen Kilometer! Und davon will ich heute Einhundert schaffen??!


Der Großteil der bunt gemischten Läuferschar (aus über 20 Nationen) schreitet ebenso konzentriert voran, die Hälfte verwendet Stöcke. Lediglich beim Schuhwerk ist festzustellen, dass meine löchrigen Saucony Jazz (gekauft 2008, mindestens 5500 km auf dem Buckel) heute wohl nicht die richtige Wahl sind. Ich muss mir eingestehen, dieses Abenteuer unterschätzt zu haben, insbesondere die Bodenbeschaffenheit. Hier gibt es selten mal echte Wege, meist „laufen“ wir auf Geröll, im Matsch, durch Bäche, über Schneefelder, nasse Wiesen.

Nach 4,5 Stunden und nur 30 km (!!!) erreichen wir eine Höhe von über 2200 Metern, der kalte Wind kann uns diese traumhafte Aussicht hier oben nicht verderben – wunderschön! Wir sind weit oberhalb der Baumgrenze, Wolken hängen in den Bergen, im Tal unter uns die verwegene Brut bunter Ultraläufer. Wie ich später erfahre, liege ich etwa an Position 50, aber das ist mir jetzt egal. Nur zügig wieder runter von dieser Höhe! Das Bergablaufen (oft ist es ein Steigen) ist für die Flachländer-Muskulatur eine ungewohnte Belastung und bald regen sich Schmerzen an bisher unbeachteten Stellen, z.B. den Innenseiten der Oberschenkel.

Hin und wieder überqueren wir steile Schneefelder, natürlich rutsche ich anfangs sofort aus und gehe zu Boden, verliere meine Stöcke, rutsche nach unten ab, sitze nach ein paar Metern halb schneebedeckt mit einem Krampf recht hilflos da und spüre einen gewissen Anflug von … Ungewissheit. Krampf wegdehnen! Aufrappeln! Schnee abputzen! Stöcke einsammeln! Weiter, bloß nicht auskühlen!

Hier und jetzt ist der falsche Zeitpunkt, um mit den vergangenen Entscheidungen zu hadern. Warum verflucht dieser Lauf? Warum zur Hölle diese Schuhe? NEIN! Hier und jetzt sammle ich schlicht Erfahrungen für die Zukunft und bin nun einzig in der Lage, demütig und zäh meinen Weg zu gehen. Wann kommt die nächste Versorgungsstation? Welcher Umgang mit den Stöcken hilft mir bergab am meisten? Was werde ich essen und trinken?

Den zerbrochenen Stock in der Linken

Nach 7 Stunden und 46 km bin ich meist allein unterwegs, verbrauche meine 2 Liter Wasser immer vollständig vor der nächsten Station, obwohl es hier ca. alle 9 - 14 km eine gibt. Es ist sehr warm, aber das empfinde ich als angenehm heute. Die Krämpfe werde ich zwar nicht mehr recht los, aber meinen Rhythmus habe ich gefunden. Leider werde ich mit Sicherheit in die Nacht hinein laufen, das wollte ich irgendwie vermeiden. Doch hier gelten andere Gesetze, ich will nur noch gesund ankommen.

Einmal rutsche ich auf schlammiger Wiese aus, lande auf dem Hintern, zerbreche mein Salzdöschen, zerstöre einen meiner Stöcke und habe dennoch Glück gehabt – ringsum liegt überall felsiges Geröll, ein Aufschlag dort und der Lauf wäre für mich vorbei. Den kaputten Stock nehme ich mit zur nächsten Station, der hat in der Natur nichts verloren.

Andreas Pautzsch gab mir vor einer Woche den Tipp, unterwegs von der Möglichkeit des Schuh- und Kleiderwechsels Gebrauch zu machen. Nach 55 km war es soweit, ich machte eine längere Rast, aß ordentlich und wechselte Socken und Schuhe. Was für eine Wohltat - das wirkte echt Wunder!

Bedauerlicherweise folgt meiner „Fressorgie“ eine längere Flachstrecke, die man einfach rennen muss! Das Essen schaukelt sich durch meinen Magen, jetzt hätte ich eine Bergwanderung bevorzugt – na egal.

Zwischendurch überholt man den einen oder anderen Läufer, um dann (z.B. an einer Station) wieder von diesem überholt zu werden. Bäumchen-wechsel-dich-Spiele um sich zu motivieren. Mit einem besonders netten Exemplar werde ich die nächsten Stunden gummibandmäßig „zusammen“ unterwegs sein: Ingmar Herrmann aus Berlin.

Um mich zu motivieren, sagt er, wir hätten ja nur noch einen Halbmarathon vor uns. Leider stehen wir aber erst bei km 67. Als kleinen Ausgleich für den Motivationsdämpfer, den ich ihm verpasse, als ich ihm dies sage, laufen wir nun erstmals auf das Feld der Supertrailläufer auf. Diese 68-km-Läufer starteten im Leutaschtal, welches wir eben durchliefen, und haben das gleiche Ziel wie wir. Es tut der geschundenen Seele gut, hin und wieder einen Läufer zu überholen, ihn zu grüßen, von ihm angefeuert zu werden.

Nach 12,5 Stunden sind nun 81 km geschafft. Das war die Distanz der Brockenchallenge im Februar, mein bisher „größter Wurf“ – jetzt folgt Neuland. Uns erwartet der heftigste Anstieg des gesamten Laufs: 1200 ansteigende Höhenmeter am Stück, hoch zur Alpspitze auf über 2000 m.

Nach 13 Stunden und 85 km gibt mein Garmin Forerunner den Geist auf. Eigentlich hätte er länger halten sollen, vielleicht hat der geladene ZUT-Kurs dem Akku stärker zugesetzt als es normalerweise der Fall wäre. Von jetzt an also ohne Uhr und km-Angaben. Hab das eh kaum genutzt heute und der Kurs ist vorbildlich markiert.

An der Station 400 Höhenmeter unterhalb der Alpspitze treffe ich kurz Falk Hübner aus Berlin, mit dem ich „gemeinsam“ auf dem Rennsteig an der 6-Stunden-Marke scheiterte. Hinterher erzählt er mir, dass er in Vorbereitung solcher Läufe wie dem ZUT gern mal drei Marathons an drei Tagen hintereinander läuft – oh man! Falk war bereits auf der Alpspitze oben und ist nun bereits gut gelaunt auf dem finalen Abstieg, er ist heute gut 1,5 Stunden schneller als ich.

Kurz vorm Verlassen der Station fange ich spontan an zu frieren, ich zittere wie Espenlaub, ziehe mir schnell meine Jacke drüber und die Fleecekapuze. Weiter, nicht auskühlen! Will nicht so enden, wie manche, die entkräftet hier in Rettungsdecken gewickelt ihrer Abholung harren. Auch die Stirnlampe wird startklar gemacht, immerhin bricht so langsam die Nacht herein.

Während des Gewaltmarsches nach oben holt mich Ingmar wieder ein, der Teufelskerl hat noch Kraft, bergauf zu rennen und wir freuen uns, dass wir bis hierher ganz gut durch kamen.

Als wir endlich oben sind, realisieren wir die verbleibende Gefällstrecke von 10 km bis Grainau nur noch als „Rest“. Ich spüre wieder eine riesige Energie in mir, knipse die Stirnlampe an und steige/trabe gut gelaunt dem Ziel entgegen, muss sogar meinen Übermut bremsen und das Tempo drosseln, um nicht auszurutschen – hier ist das definitive Ende des Laufs jederzeit zum Greifen nahe, wenn man hart zu Fall kommt.

Nur noch 3 km! Es sind nun bereits 16 Stunden vergangen, es ist nach 23 Uhr. Das glimmende Grainau liegt wunderschön unter uns. Ich fühle mich federleicht! Leider lande ich doch noch einmal unsanft auf dem Boden, berappel mich aber schnell wieder und lege auf den letzten 2 km auf flachem Asphalt einen wahren Sprint hin! Jubelnde Zuschauer, der Weg mit Fackeln markiert, Lautsprecheransagen vom Zielbereich her – was für ein großartiges Finale!

Schmutzig und fertig, aber sehr glücklich

Nach 16:18:50 Stunden ist nun Schluss, viele Läufer werden erst ankommen, wenn ich bereits am nächsten Morgen wieder aufstehe, Zielschluss ist erst gegen 9 Uhr morgens – Respekt für alle, die dieses Ding durchstehen!!

Meine Erkenntnisse des Tages:
- Ein Flachländer braucht keine 5420 Höhenmeter zum Glücklichsein
- 100 km sind durchaus machbar
- Wer Trails läuft, braucht Trailschuhe
- Wer Marathon läuft, kann auch 16 Stunden (und mehr?) laufen

Der eigentliche Grund für meine Teilnahme an genau diesem Lauf war das Sammeln von 3 Qualifizierungspunkten für den UTMB. Doch ich habe am Samstag meine Meinung geändert, möchte den UTMB nun bis auf Weiteres nicht laufen. Alles hat seinen Reiz, besonders natürlich die Alpen. Aber alles hat eben auch seinen Preis. Da ich nicht hinreichend alpin trainieren kann, wäre der UTMB eine Quälerei für mich und würde mich von anderen Zielen ablenken, die mir vielleicht eher liegen.

Samstag, 19. Mai 2012

Bericht vom Rennsteig-Supermarathon am 12.5.2012

Kurzinfo:
72,7 km entlang des Rennsteigs, ca. 1500 hm, konnte meine erhoffte Zielzeit von 6:45 Std. um 45 min unterbieten dank ruhiger Anfangsphase. Nettozeit 6:00:10 Std., Platz 28 von 2499 Finishern (Platz 5 AK30) - glücklich!!

Bericht:
Nach dem Halbmarathon 2007 (meinem zweiten Lauf überhaupt) und dem Marathon 2008-2011 auf dem Rennsteig ist es nun an der Zeit, mal etwas Neues zu probieren - den 72,7 km langen Supermarathon von Eisenach nach Schmiedefeld!
Obwohl dies nach Brockenchallenge und Harzquerung bereits mein dritter Ultra dieses Jahr ist, so ist der Rennsteig doch immer etwas ganz Besonderes. Es ist dieses symbolträchtige Verlassen der Stadt, dieses Eintauchen in den Wald (den man 72 km nicht verlässt), dieses Bezwingen der höchsten Gipfel (Inselsberg + Gr. Beerberg), dieses riesige Feld nicht ganz alltäglicher Ultraläufer bei einem Wettkampf, der über die letzten 40 Jahre wie ein Fels in der Brandung stand. Es ist eine tiefe Freude, Teil des Rennsteiglaufs sein zu können.
Im Vorfeld kann man sich natürlich ziemlich verrückt machen oder man möchte einfach nur locker ankommen. Die meisten Läufer gehören wohl eher zur zweiten Gruppe, ich dagegen rechne hundert Mal hin und her und stell' mir viele Fragen: Wie viele Höhenmeter sind es wirklich? Defensiv starten oder den kühlen Morgen zum zügigen Laufen nutzen? Was essen und trinken? Welche Durchschnittsgeschwindigkeit auf welchem Streckenabschnitt anstreben?
Meist bleiben allerdings die mühsam erworbenen, theoretischen Erkenntnisse auf den ersten Kilometern meines Laufes liegen, so z.B. bei der Harzquerung vor 14 Tagen. Ich startete zu schnell, musste nach zwei Dritteln der Strecke schon die Reserven zusammenkratzen und war im Ziel sehr erschöpft. Vielleicht kam dieser Warnschuss gerade recht, denn heute werde ich es anders machen. Daher noch ein wenig Rechnerei:
Mein schnellster Rennsteig-Marathon war 2010 in 3:33 Std., das entspräche für 72,7 km ziemlich genau 6 Stunden. Meine Zeit aus der Harzquerung war 4:10 Std. für knapp 50 km, das entspricht -auf 72 km hochgerechnet- ebenfalls exakt 6 Stunden.

Endlich Dieter getroffen am Start in Eisenach


Zu diesen sechs Stunden muss ich nun noch einen "Erschöpfungszuschlag" und einen "Höhenmeterbonus" addieren. Lange Rede, kurzer Sinn, ich strebe eine 6:45 Std. an plus/minus 15 Minuten, je nach Wetter.
Meine Renntaktik diesmal: Endlich mal die Renntaktik einhalten!! :-)
Das heisst für heute, gemächlich starten (es geht die ersten 25 km bis zum Inselsberg nur bergauf) mit einer Pace von ca. 5:20 bis zum Gipfel. Danach das zweite Drittel zügig (ca. 4:30er Pace) und danach noch Kraft haben für den "Endspurt" ab Beerberg.
Glücklicherweise ist es kühl an diesem Morgen auf dem Eisenacher Marktplatz, die Hitze des Vortages hätte heute alle Hoffnungen zunichte gemacht. Die letzte Nacht war leider wenig erholsam, in der Turnhalle brannte die ganze Nacht das hellste Licht, jeder versuchte, seine Augen zu bedecken, dazu viel Bewegung im Raum etc. Naja, ein paar wenige Stunden Schlaf werden es schon gewesen sein. Vermutlich spielt die letzte Nacht gar keine so große Rolle mehr, wir Laufmenschen sind so fixiert, so gut vorbereitet, so "heiß", dass jede Müdigkeit an der Startlinie verfliegt.
So stehen wir nun hier, ich treffe mehr als ein Dutzend bekannter Läufer, viele vom Etappenlauf, begrüße Dieter aus Leipzig, der seine Gabi als Verpflegungsposten, Fotoreporterin und Motivationskünstlerin schon strategisch günstig an der Strecke aufgestellt hat.



Die Läuferschar ist heiß und gut gelaunt

Nach dem Startschuss brauche ich etwa 30 Sekunden bis zur Linie, so weit hinten stehe ich. Ein Beweis für mich selbst, dass ich wirklich langsam starten will - und heute halte ich mich an meinen Plan!
Es geht stetig bergauf und ich laufe locker mit, finde mich langsam in den mir passenden Teil des Feldes ein, werde selten schneller als 4:50 min/km. Das ist relativ betrachtet, im Feld dieser 2600 Läufer, schon sehr zügig und so liege ich bei km 18 (erste Zwischenzeitnahme) etwa auf Platz 45. Den Gipfel des Inselsberges erreiche ich nach 2:04 Std., bin dabei recht viel im schnellen Schritt gegangen und fühle mich stark. Mittlerweile laufe ich mit Leuten in einer Gruppe, welche eine Zielzeit von 6:00 Std. anstreben, für mich ein klares Warnsignal!
Allerdings fühle ich mich gut, esse etwa alle 10 km ein Gel und etwas seltener noch eine Salztablette, da ich trotz der kühlen 8 Grad und nur einem leichten Shirt natürlich schwitze. Ganz allgemein kann das Wetter heute aber nur als "o-p-t-i-m-a-l" bezeichnet werden, kühl und trocken.
Das Stück bis zum Sperrhügel (ca. km 43) lasse ich es gemäß Renntaktik (oh je) einfach laufen, mache hier im Schnitt eine Pace von 4:30 min/km und erreiche km 37 auf Platz 29 liegend. Am Sperrhügel heisst es wieder "schnell hoch gehen" und auch danach muss ich einige Berge gehen und verliere immer mal wieder etwas Zeit. Hier hole ich Micha Tümmler ein, mein eigentliches Ziel seit mehreren Stunden. Wir wollten ungefähr zusammen laufen, aber Micha ließ sich zu Beginn mitziehen. Er war zu schnell gestartet, das passiert fast allen Ambitionierten hier. Ich frage ihn, ob er etwas Salz haben möchte, dann schlappe ich weiter.
Zwischenzeitlich liege ich bei km 54 auf Platz 26, wir Supermarathonis sind jetzt teils von Wanderern umgeben, welche eine sehr angenehme Abwechslung bieten. Teilweise fliegen ein paar schnelle Gespräche hin und her. Mit meinem Körper bin ich zufrieden, merke aber, dass ich das schnelle Bergauf-Schreiten nicht trainiere, hier beginnt es zu zwicken. Alles in allem aber bin ich Herr der Dinge, krauche noch nicht auf allen Vieren, rechne sogar schon meine Zielzeit aus und komme in einem Anflug grenzenloser Überheblichkeit nicht umhin (ganz kurz, nur aufflackernd und schnell wieder verschwindend), eine "5" statt einer "6" dort stehen zu sehen.
Irgendwann auf dem Weg zum Beerberg bei km 60 laufe ich auf einen Inder auf, der überraschend wechselhaft läuft. Mal lässt er mich stehen, mal ziehe ich vorbei. Irgendwann laufen wir zusammen. Er erzählt mir, dass er während des ersten Drittels direkt mit Christian Seiler, dem späteren Sieger, mitlief! Dann hat er sich irgendwie verkühlt und will nun das Beste draus machen. Obwohl es keiner direkt sagt, wollen wir beide jetzt das Gleiche: In unter 6 Stunden in Schmiedefeld sein!

Sieger Seiler (links) und Dritter Stork unterwegs


Der Aufstieg zum Beerberg schlaucht mich sehr und ich werde mehrfach überholt, u.a. von dem AK-Sieger der Harzquerung, welcher dort den Gesamtplatz 2 belegte und ein paar Minuten schneller war als ich. Wir quatschen kurz, er will mich mitziehen, aber ich brauch die Laufpause jetzt.
nach dem Verlassen des Beerberg-Hochplateaus liege ich bei km 64 auf Platz 29 und jetzt heißt es bis ins Ziel nur noch: Feuer frei! Bis Schmiedefeld sind es noch 10 km, dabei verlieren wir 250 Höhenmeter, es ist also eine richtige Rennstrecke für all jene, welche hier noch Kräfte haben. Und heute gehöre ich dazu! Auf den letzten km laufen wir häufig unter 4:00er Pace, fliegen an den Wanderern vorbei, welche klatschen und Mut zusprechen - was für ein herrliches Gefühl!
Zu meiner Überraschung zeigt die GPS-Uhr bereits fernab des Zieles über 71 km an und nur noch 6 Minuten bis zur 6-Stunden-Grenze. Angekommen in Schmiedefeld, habe ich mich mit dem Gedanken arrangiert, dass die 6-Stunden-Marke heute nicht geknackt wird, leichte Enttäuschung will aufkommen (was für ein Quatsch!) aber alle Gedanken weichen beim Einbiegen in die Zielgerade. Der Sprecher ruft meinen Namen, ich gebe Vollgas, klatschende Menschen - es ist wunderschön.

Im Ziel, nur ein wenig enttäuscht

Es fehlen ganze 11 Sekunden zu einer 5-Stunden-Zeit, aber die Strecke ist auch deutlich länger als 72,7 km. Ich gehe "Pi mal Daumen" von 74,5 aus. Bin überzeugt, dass diese fehlenden Sekunden ein wichtiges Zeichen für mich sind.
So, es ist vollbracht! Mein rechtes Knie hat zwar gerade einen Urlaubsantrag eingereicht, aber mit der Anmeldebestätigung für den Supermarathon 2013 in der Hand lehne ich diesen lässig ab.
Ja, das werde ich wieder machen!!





Donnerstag, 3. Mai 2012

Bericht von der Harzquerung am 28.04.2012

Kurzinfo:
50-km-Ultra mit respektablen 1400 Höhenmetern. Der wärmste Apriltag seit Menschengedenken machte mir zu schaffen, erschöpft erreichte ich Platz 5 von 410 in 4:10 h

Bericht:
Man muss es einfach lieben: Allein schon die Webseite der Harzquerung ist altmodischer als Letscho und Alf zusammen. Dann der Preis: 18 Euro für einen Ultra mit Komplettversorgung - wo gibts denn so etwas noch? Dazu gibt es für 4 Euro die Möglichkeit der Turnhallenübernachtung am Startort in Wernigerode, für Zugfahrer einfach unwiderstehlich.
Nach langer Anreise suche ich mir also eine freie Stelle in der Turnhalle, die Matten sind leider alle, es wird ne harte Nacht. Auf dem Weg in die Innenstadt lerne ich Ronny aus Berlin kennen. Wir wollen gerade mal was trinken gehen (Stichwort: Wernigerode-Hasserode), da geraten wir in einen Junggesellenabschied und haben einen Schnaps verschluckt, noch bevor wir "hallo" sagen konnten. Die Jungs sind echt nett, können aber mit der Vorstellung, am nächsten Morgen 50 km nach Nordhausen laufen zu WOLLEN, nicht anfangen. Nach kleinem Abschiedsbierchen trennen wir uns, essen Pizza und gehen bald zu "Bett". Treffe noch Ecki aus Berlin, der Kerl, der unterwegs die besten Fotos macht und die verlorene Zeit locker bergab wieder "einfliegt".
Überhaupt ist die Harzquerung das Sammelbecken vieler Rennsteiglaufveteranen, welche hier für die 72 km einen letzten Leistungstest abliefern.
Vom Start um 8:30 Uhr an geht es erstmal bergauf, wir sind schnell mitten im Wald. Nadelwälder dominieren diese Gegend. Der Untergrund ist schroff.

Höhenprofil
Es ist bereits spürbar, dass es ein warmer Tag wird. Zur Sicherheit nehme ich mir eine Flasche Wasser mit auf den Weg, welche ich gelegentlich auffülle. Irgendwie sind die Beine noch schwer, aber ich hoffe, dass es sich "einläuft". Auf der ersten Hälfte gibt es nur wenige Lichtungen, diese sind aber wiederum sehr windig.

Etwas zu schnell, aber noch gut dabei.

Eigentlich ist für heute ein gemütliches Einlaufen auf der ersten Hälfte mit Steigerung bis Beginn Poppenberg (km 35) geplant, danach Vollgas. Mein Mantra heute "Am Ende stark!".
Doch leider entwickelt sich ab km 5 ein Tempodauerlauf, welcher sehr häufig in einen km-Bereich von 3:30 min - 3:40 min hineinreicht. Das ist viel zu schnell und entsprechend platt erreiche ich den Fuß des Poppenberges auf Gesamtposition 4 liegend. Obwohl ich den gesamten Berg hochgehe (1,5 km), halte ich meine Position. Bei dem gefährlich steilen Hinablaufen des Berges am Harzsüdhang gerate ich in ein riesiges Schlammloch, welches kaum umlaufen werden kann. Ein paar Schritte geht es gut, dann gerät mein Fuß beim Auftreten in eine blöde Lage und sofort verkrampft das komplette linke Bein von oben bis unten. Schrecksekunde! Auf gleicher Höhe erleben zwei Wanderinnen mein Debakel live mit und sprechen mir Mut zu. Ich muss stoppen, dehne und schüttele mein Bein. Bereits nach ca. 30 Sekunden kommt von hinten Norman Bauersfeld vom ausrichtenden Verein angelaufen. Noch kann ich nicht wieder durchstarten. Etwas wehmütig lasse ich ihn vorbei ziehen, klatsche ihn ab und wünsche ihm alles Gute. Nach weiteren 30 Sekunden laufe ich langsam wieder an, habe heute leider sehr mit Krämpfen zu tun. Komme dennoch wieder gut in Fahrt, hoffentlich halte ich auf den letzten 8 km wenigstens die Position 5!

Zieleinlauf bei Traumwetter

Das letzte Stück zieht sich erwartungsgemäß fast unendlich, dafür können wir die blühenden Obstbäume und kräftig-grünen Laubwälder des Südharzes genießen (Sonnenbrand inklusive :-)
Alles geht gut, die letzten beiden Kilometer rollt man bergab nach Nordhausen - ich bin als Fünfter im Ziel! Mehr ging nicht bei dieser Hitze, der Sieger ist auch nur knapp 14 Minuten schneller.

Ecki Seher, Michael Wagner und ich

Ein toller, harter Lauf. Hoffentlich hat er hinsichtlich Supermarathon nicht zu viele Körner gekostet.
Absolut empfehlenswert, altmodisch, familiär, günstig, erfrischend unprofessionell, ultrahart. Als Preisgeld für meinen Platz 2 der AK30 erhalte ich noch eine Thermoskanne, welche ich nicht erst zur nächsten Brocken-Challenge gut gebrauchen kann.




Dienstag, 14. Februar 2012

Bericht von der Brocken-Challenge BC2012 am 11.02.2012

Kurzinfo:
"Kalt - Hart - Schön", 80-km-Wohltätigkeitsultra auf den Brocken, 1900 hm, erreiche das Ziel als Vierter in 8:28 h, Glücksgefühle pur!

Bericht:
Es ist Freitag, 16 Uhr und ich sitze im Regionalexpress nach Göttingen. Der Tag begann sehr früh mit einem lockeren 11-km-Lauf kurz vor 6, das wird mir heute Abend zu einem tiefen und erholsamen Schlaf verhelfen. Und das ist verdammt nötig. Denn vor mir liegt der härteste Winterultra Deutschlands, fast zwei Marathons hintereinander durch Schnee und Eis, von Göttingen durch das Harzvorland bis auf den höchsten Gipfel Norddeutschlands, den Brocken (1142 m). Während der Zugfahrt höre ich Musik, bin völlig entspannt, gehe die kommenden 24 Stunden in Gedanken durch, denke an mein von Lücken gekennzeichnetes Training der letzten Wochen, aber über allem liegt: Vorfreude!
Als ich am Bahnhof ankommen, suche ich den Bus zum Universitätsgelände, wo die obligatorische Vorbesprechung statt findet. Mir fällt ein Kerl mit Rucksack und in roten Trailschuhen auf, na klar, den ersten BCler habe ich gefunden. Am Bussteig stoßen noch drei weitere hinzu, überpünktlich gelangen wir zur Beprechung, bei der die wichtigsten Eckdaten der BC noch einmal erläutert werden (Strecke, Wetter, Versorgung, Handynummern, Verhalten, etc.) und ein paar Vertreter der Spendenempfänger zu Wort kommen, z.B. ein Kinderhospiz. Plötzlich ist ganz egal, wie sehr wir morgen frieren oder leiden werden, es ist nur ein blasser Schimmer verglichen mit dem Leid von Kindern, welche sterben werden. Man kommt sich manchmal so klein vor..

Letzte Details zum Lauf, Einstimmung und Hintergründe


Mit der Startnummer wird auch ein Spendenbeleg ausgegeben, da die BC alle Voraussetzungen der Gemeinnützigkeit erfüllt. A propos, die BC kostet 85 Euro, also ca. ein Euro pro Kilometer. Dieser Preis geht auch völlig in Ordnung, dazu später mehr.
Wir fahren nun alle ein Stück weit in den Göttinger Stadtwald, hier finden wir unsere Nachtquartiere. Geschlafen wird rustikal unter und neben den Tischen einer Kneipe, an denen man gerade sein Abendessen nahm (u.a. leckere vegetarische Bolognese und Salat) oder im warmen Keller.

"kalt - hart - schön"

Der Wecker wird auf 04:30 Uhr gestellt, da es ab 5 Uhr Frühstück gibt. Allerdings in einem anderen Gebäude, also muss vorher gepackt werden etc. Scheinbar weckt dann am Morgen meine "bitter sweet melody" auch alle anderen Läufer, langsam erhebt sich die Meute. Ich fühle mich topfit und ausgeruht, hungrig wie ein Bär und laufgeil wie ein Hamster vorm Laufrad! Die Startnummer wird ans Bein gepinnt und los geht es zum Frühstück in den kalten Tanzsaal.



Es gibt warme Brötchen, Süßes, Herzhaftes, Gemüse, Tee und Kaffee - von allem genug! Wir müssen uns nun in Listen eintragen, um keine Läufer auf der Strecke zu "verlieren" bzw. auch um nicht umsonst im Harz nach Leuten zu suchen, die gar nicht am Start waren. 
Es ist jetzt kurz nach sechs, die fröstelnde Meute von 143 Verrückten steht am Start, fast jeder mit Rucksack und Stirnlampe, es sind etwa -13 Grad. Mehrere NDR-Kamerateams sind die ganze Zeit dabei und werden uns heute häufiger belauern (am 10.März um 17 Uhr kommt die halbstündige Reportage zur BC2012). Der Organisator Markus stellt sich nun auf einen kleinen Fels und spricht die Zauberformel "Brocken-Challenge 2012 - Here We Go!". Das ist der START!

Markus Ohlef gibt das Startsignal

Die ersten Kilometer sind teils sehr stimmungsvoll mit Fackeln markiert und wir rollen recht zügig durch die Nacht. Von km 6 bis km 10 haben wir eine Pace um die 4:30, eigentlich zu schnell für einen verschneiten, frostigen Waldweg und noch mehr als 70 km vor uns. Aber hey, so ist es doch immer, oder? :-)
In meinem Rucksack habe ich eine Thermoskanne mit etwas Wasser, die Yaktrax-Schneeketten für die Schuhe, Salztabletten, Rettungsfolie, acht Kohlenhydratgels, Sonnenbrille, Geld, MP3-Player, Merino-Unterhemd und Fleecepullover für den Notfall, Handy sowie ein paar Unterlagen zur Strecke und die Liste mit wichtigen Handynummern. Auf die Benutzung des Trinksystems habe ich gleich verzichtet. Bei diesen Temperaturen wäre eh alles gleich eingefroren und nach allem, was ich von anderen hörte, war das eine gute Idee. Wir laufen Kilometer um Kilometer, genießen das Erwachen des Tages in den ersten zwei, drei Stunden. Meine Entscheidung, eher weniger Kleidungsschichten als zuviel anzuziehen und damit das Risiko einer leichten Unterkühlung dem Risiko des Schwitzens und damit einer schweren Unterkühlung vorzuziehen, erweist sich als richtig. Ganz frei heraus kann ich sagen, dass ich mich während des gesamten Rennens pudelwohl in meiner Haut fühle (abgesehen von Lausebuche, dazu später). Gefühlte Temperaturschwankungen reguliere ich über das An- u. Ausziehen der Handschuhe, das genügt.

Sieht kälter aus als es sich anfühlt, -15 Grad bei km 27

An allen Versorgungsstationen werden wir herzlich empfangen, die Helfer stehen selbst in der klirrendsten Kälte und haben nur unser Wohl im Kopf - noch einmal riesigen Dank für Euch!! Gefrorene Bananen werden kurzerhand im warmen Tee aufgetaut, an jeder Station esse und trinke ich reichlich, vertrage alles hervorragend (wie immer: Saumagen).
Sehr gut gelaunt erreichen wir nach ca. 3:45h die Marathondistanz in Barbis. In vielerlei Hinsicht ein kritischer Punkt des Rennens.

Eintreffen in Barbis, km 42


Die Sonne kommt raus, wir machen Faxen.

Zum Einen markiert Barbis etwa die halbe Strecke zum Gipfel. Hier endet auch der Marathon und der Ultra beginnt. Darüber hinaus befinden wir uns in Barbis trotz einiger absolvierter Berge erst auf knapp 300 m über Null und 80% der Höhenmeter des Rennens liegen noch vor uns. Aber auch für mich persönlich ist Barbis wichtig, da ich nach kurzem Auftanken (Banane, Orangenviertel, Gel, vier Stück Schokolade, viel Tee, Malzbier, zwei Müsliriegel) weiterlaufe und nicht auf die anderen aus der Gruppe warte, welche hier Schuhe und Socken wechseln, die Rucksäcke nachfüllen etc. Bereits nach zwei Minuten des Stehens fängt man an zu frieren, ich MUSS jetzt einfach weiter!
Das nun folgende steile Stück trägt den schmeichelhaften Namen "Entsafter" und wird diesem voll gerecht: 430 hm auf 11 km und von belaufbarer Strecke keine Spur! Es ist schon irrwitzig, man eiert wie eine alte Fregatte im Sturm von links nach rechts, versinkt ständig im Schnee. Man kann es mit Strandlaufen vergleichen, aber in steil. Es ist unbeschreiblich, ich fluche .... und muss gehen. Dazu fängt es wieder an zu schneien. Ich bin allein. Es beginnt, archaische Züge anzunehmen, zum ersten Mal krame ich hier mein spezielles BC2012-Mantra hervor und kämpfe mich damit den Berg hoch... "wie eine Maschine..".

Einsamkeit vor dem "Entsafter"

Trotz einer weiteren Teestation bei km 53 scheint meine Getränkestrategie nicht aufzugehen. Ich habe zunehmend Durst ab km 55. Die häufiger werdenden Sonnenstrahlen helfen mir jetzt nicht weiter. Ich bekomme unvermittelt Nasenbluten. Hm, was soll das denn jetzt?! Naja, irgendwie geht es schon, aber ich muss ziemlich fertig aussehen, als ich endlich die Station "Lausebuche" bei km 63 erreiche. Gleich kommt eine Ärztin zu mir und baut mir einen Stöpsel für die Nase. Besorgte Gesichter, aber mir gefällts hier. Es gibt reichlich zu essen und zu trinken, sogar Suppe, von der ich mir reichlich mit auf den Weg nehme. Die Zeit vergeht wie im Flug und erst als nach ca. einer Viertelstunde an der Station (!) der nächste Läufer eintrifft, raffe ich mich wieder auf. Ich frag noch kurz nach dem Weg, die Frau zeigt mir grob die Richtung gerade über die Straße, ich denke zu wissen, wo es lang geht und schon bin ich unterwegs. Leider auf dem Holzweg. Nachdem keine BC-Beschilderung mehr zu sehen ist, und auch die GPS-Uhr ständig Alarm gibt ("Streckenabweichung!"), ist es klar: Verlaufen. Allerdings ist das Netz von Wanderwegen hier recht dicht und ich kann nach ca. 1,5 km Umweg die Strecke wieder erreichen (ich lief versehentlich die als "Langstrecke" bezeichnete 81,5-km-Distanz, wie ich später anhand des GPS-Tracks sah). 
Doch der Umweg war aktuell nur mein zweitgrößtes Problem, da der lange Aufenthalt in Lausebuche mich völlig ausgekühlt hat. Weder kann ich meine Uhr bedienen, noch den Rucksack richtig aufsetzen, geschweige denn vorn schließen. Meine Finger sind taub und nutzlos. Handschuhe und Jacke hart wie Stein. Nur noch das Laufen geht schmerzfrei, immerhin.
Zum Glück kommt bereits nach sechs km wieder eine Station, hier trinke ich nur schnell etwas Warmes, nehme Schokolade und renne weiter. Weiter, weiter, mir gehts schon wieder besser. Was nun kommt, diese letzten zehn km kann ich nur schwer mit Worten beschreiben. Mein Körper wird jetzt wieder warm, ich bin nun auf über 800 m, der Himmel ist tiefblau, keine Wolke mehr am Himmel! Rings um mich vergnügen sich Skilangläufer und Schlitten fahrende Familien, fremde Menschen, die mich anfeuern. Mein Körper schöpft Kraft, ich könnte schreien vor Glück! Den Jungs am letzten Versorgungsstand bei km 72 hätte ich glatt um den Hals fallen können, so gut war ich drauf, denn ich wusste: DAS SCHAFFE ICH HEUTE! Noch immer war kein Krampf weit und breit zu spüren, keine Blasen an den Füßen und das Beste: Ich hatte Spaß! Die Landschaft sah atemberaubend aus mit den schneebedeckten Nadelwäldern, dem mächtigen Brocken, dem blauen Himmel, nun nach all den Anstrengungen der letzten 8 Stunden, musste ich meine Freude raus schreien. Die Gedanken strömen nur so durch den Kopf, irres, euphorisches Zeug. Es ist so ergreifend! Nur auf diese Art sollte man den Brocken besteigen, wie Goethe, zu Fuß! Wie lautet doch das Motto der BC? "Von der Gewalt, die alle Menschen bindet, befreit DER Mensch sich, der sich überwindet" (Goethe). In den Seelen dieser Läufer gibt es jetzt keine Gewalt, keine unsinnigen kleinen Gedanken. Hier und jetzt, wo 143 Menschen, Träume, Dialekte, Trainingspläne auf dem Brocken wie Fäden zusammenlaufen, da wird alles klar, stark, deutlich und friedlich - wir sind wie eine Familie. Freudentränen. Fremde Menschen, die mich anfeuern.
Etwa einen km vor dem Ziel überhole ich noch einen Läufer, der es schwer hat. Dann, überraschend, ca. 300 m vor dem Ziel, hole ich Frank Kleinsorg ein, Mitorganisator und Rekordhalter auf der Langstrecke der BC, wir unterhalten uns, Frank will bis zur letzten Kurve gehen, dann ins Ziel laufen. Wir beobachten zwei Heißluftballons, die sehr schnell über unsere Köpfe sausen (Windgeschwindigkeit am Brocken ca. 70 km/h). Dann fangen wir zu laufen an, auch weil von hinten der Läufer noch mal angreift, Zieleinlauf!

Gut gelaunt im Ziel - toller Tag!

Für uns Läufer ist ein eigener Restaurantbereich reserviert, wir können duschen und essen. Auch eine Massage bekomme ich - danke an Rado! Mein sehr gutes Abschneiden, direkt hinter Matthias Dippacher (!) überrascht und beschämt mich etwas, da mein Trainingsstand subjektiv nicht optimal war. Ganz klar kam mir die Kälte entgegen, das liegt mir einfach.
Alles in allem ein großartiger Lauf, ein unvergessliches Erlebnis und jeden Pfennig wert. Der Tag endet mit einer längeren Zugfahrt und einem Zwischenstopp in Hasserode, wo ich meinen Tank wieder auffülle... :-)